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Schleswig-Holstein am Sonntag

24. April 2014 | 07:47 Uhr

Gastbeitrag - Wendes Pläne gefährden Uni Flensburg

vom

Die Reform der Lehrerausbildung durch die Regierungskoalition ist rein ideologisch motiviert. Das meint CDU-Landtagsmitglied Daniel Günther.

Flensburg | Die Reform der Lehrerausbildung in Schleswig-Holstein ist überfällig. Mit dem von CDU und SPD beschlossenen Schulgesetz im Jahre 2007 wurden das Ende der Schulformen Haupt- und Realschule eingeläutet. Seitdem bilden wir noch immer Realschullehrer und Grund- und Hauptschullehrer in Flensburg aus. Dieser Umstand ist auch für die CDU kein Ruhmesblatt. Wenn die Akkreditierung der neuen Studiengänge rechtzeitig abgeschlossen wird, starten zum Wintersemester 2013/14 die Lehramtsstudiengänge für ein eigenes Grundschullehramt und für das Lehramt an Regional- und Gemeinschaftsschulen in Flensburg. Das Konzept hierfür wurde von der Universität Flensburg selbst erarbeitet und zählt mit seinem hohen Praxisanteil zu den modernsten Lehramts ausbildungen in Deutschland und eignet sich hervorragend zur Profilbildung der Universität Flensburg. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, dass ausgerechnet die damalige Präsidentin der Universität Flensburg, Professor Waltraud Wende, dieses Konzept im Februar 2012 präsentierte, welches sie heute als Ministerin der Koalition aus SPD, Grünen und dem SSW radikal verändern möchte.
Nachdem das im Koalitionsvertrag formulierte Modell eines Stufenlehrers von der Ministerin verworfen wurde, soll es nun neben dem Grundschullehramt nur noch ein einziges Lehramt für alle Schulen geben. Begründet wird dies damit, dass in der heutigen Zeit ein Unterschied zwischen Gymnasiallehrern und Lehrern an Regional- und Gemeinschaftsschulen nicht mehr zeitgemäß sei. Darüber lässt sich trefflich streiten. Wenn es aber wegen der individuellen Anforderungen ein eigenständiges Berufschullehramt, ein eigenständiges Grundschullehramt und ein eigenständiges Lehramt für Sonderpädagogen geben soll, warum gilt diese Begründung dann nicht für eine eigenständige Gymnasiallehrerausbildung?

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Reformmodell funktioniert besonders organisatorisch nicht

Wir halten die Abschaffung des Gymnasialschullehramtes für rein ideologisch motiviert. Darüber hinaus funktioniert das Wendesche Reformmodell aber besonders organisatorisch nicht. Die derzeitigen Studienstrukturen mit der Gymnasiallehrerausbildung in Kiel und der Ausbildung für Grundschullehramt, Regional- und Gemeinschaftsschulamt, Lehramt für Sonderpädagogen und Berufschullehramt in Flensburg ist optimal auf die Bedingungen an die Hochschulen ausgerichtet. Hinsichtlich Auslastung und Zahl der Studierenden müssen die Kapazitäten an beiden Universitäten nicht verändert werden.
Die Einführung von unnötigen Doppelstrukturen mit einer Ausbildung des gleichen Lehramtes sowohl am Standort Kiel als auch am Standort Flensburg führt zu einer Schwächung der Universität in Flensburg. Die Medizinausbildung an den Standorten Kiel und Lübeck funktioniert nur deshalb an beiden Standorten, weil hinsichtlich der Kapazitäten Chancengleichheit herrscht. Dies kann die Landesregierung in Kiel und Flensburg nicht gewährleisten. Sie hat bereits angekündigt, dass naturwissenschaftliche Fächer in Flensburg zukünftig nicht mehr unterrichtet werden können. Kiel wird also den Vorteil haben, den Studierenden alle Fächerkombinationen für die Lehrämter anbieten zu können, während sich Flensburg nur auf einen Teilbereich fokussieren kann. Dies wird sich zu einem erheblichen Standortnachteil entwickeln mit der Gefahr, dass mittelfristig in Flensburg nur noch Grundschullehrer ausgebildet werden. Die ab 2013 greifende Lehramtsausbildung stärkt die Unis in Kiel und Flensburg. Der Wendesche Irrweg spielt Flensburg gegen Kiel aus. Er muss schnell gestoppt werden, um die Verunsicherung zu beenden.
Daniel Günther
Der Autor ist hochschulpolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion.

von Daniel Günther
erstellt am 17.Dez.2012 | 09:10 Uhr

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01. | Hugo T. | 16.12.2012 | 16:33 Uhr
nach fünf Jahren Pause

Fünf Jahre lang haben wir fast nichts über die Regierung im Lande in diesem Provinzblatt gelesen, nur über CDU-Cartensens Eröffnungen von Kohlfesten, Kahrmärkten und Salafistenmoscheen.

Nun wir ständig berichtet über Politik im Lande, natürlich einseitig. Schon peinlich, wenn die Versager von gestern den Regierenden von heute sagen wollen, was sie falsch machen.

02. | Hugo T. | 16.12.2012 | 16:33 Uhr
nach fünf Jahren Pausr

Fünf Jahre lang haben wir fast nichts über die Regierung im Lande in diesem Provinzblatt gelesen, nur über CDU-Cartensens Eröffnungen von Kohlfesten, Kahrmärkten und Salafistenmoscheen.

Nun wir ständig berichtet über Politik im Lande, natürlich einseitig. Schon peinlich, wenn die Versager von gestern den Regierenden von heute sagen wollen, was sie falsch machen.

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