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Schleswig-Holstein am Sonntag

02. Oktober 2014 | 06:23 Uhr

Reimer Böge : "Kubicki ist nicht der Notengeber"

vom

Harte Vorwürfe musste sich Reimer Böge vom FDP-Fraktionschef anhören. Der designierte CDU-Chef habe von Landespolitik „null Ahnung“, sagte Wolfgang Kubicki. Im Interview schlägt Böge zurück.

Kiel | Herr Böge, können Sie das Wort Übergangskandidat noch hören?
Geht so. Landesvorsitzender ist ein Ehrenamt auf Zeit. Ich habe viele Aufgaben: Haushalt der Partei sanieren, die CDU kampagnenfähig zu machen und mit ihr bei der Kommunalwahl wieder stärkste Kraft zu werden. Das ist viel für zwei Jahre.
Nerven Sie solche Äußerungen wie die von Wolfgang Kubicki, der von der "Zersetzung" der CDU gesprochen hat?
Das interessiert mich relativ wenig. Das sind Äußerungen, die aus dem hohlen Bauch heraus kommen. Herr Kubicki ist ja nicht der Notengeber der Nation. Für mich zählt, ob die CDU Schleswig-Holstein mich am 16. März als Vorsitzenden wählt. Und was den Umgang angeht, das machen wir in Europa etwas eleganter und höflicher. Das würde ich mir auch im Landtag wünschen.
Aber Herr Kubicki hat Sie ja persönlich angegriffen und gesagt: Der Mann hat null Ahnung...
Ich nehme nicht für mich in Anspruch, jede Einzelheit der Landespolitik zu kennen. Aber ich habe gelernt, mich sehr schnell einzuarbeiten. Und vielleicht ist es auch ein Vorteil, mal von außen auf die Dinge in Kiel zu schauen, weil man dann vieles anders sieht. Im übrigen hat Herr Kubicki wohl meinen Lebenslauf nicht gelesen, sonst wüsste er, dass ich seit 1989 für Schleswig-Holstein gewählt bin. Ich habe an allen CDU-Parteiprogrammen mitgeschrieben. Ich weiß, was ich kann, auch in der Landespolitik. Da brauche ich mir von Herrn Kubicki nichts erzählen zu lassen.
Kubicki zweifelt, ob die CDU noch der richtige Koalitionspartner ist. Ist das denn die FDP für Sie?
Jede demokratische Partei sollte mit jeder anderen koalitionsfähig sein. Ich habe etwa im Europaparlament exzellente Kontakte zu den Grünen. Und in der Haushaltspolitik geht es mit denen manchmal besser als mit den Liberalen oder den Sozialdemokraten.
Und das ist auch auf Schleswig-Holstein übertragbar?
Im EU-Parlament kommt es sehr auf Personen an. Da muss man sehen, ob man mit denen gut arbeiten kann. Und das ist natürlich auch in Schleswig-Holstein so.
Sind Sie der Doppelbelastung als EU-Abgeordneter und Landeschef gewachsen?
Ich denke schon. Ich werde eben noch mehr arbeiten müssen. Und ich werde meine Stellvertreter in die Pflicht nehmen, die werden auch Termine für mich übernehmen. Ich möchte eine kooperative Führung. Ich werde nicht irgendetwas anordnen, was dann so gemacht werden muss.
Was hat sich verändert seit Jost de Jager nicht mehr die CDU führt?
Uns hat die Entscheidung kalt erwischt. Aber jetzt haben wir es geschafft, dass wieder Ruhe in der Partei ist. Das erwartet die Basis.
Aber mit Verlaub, die CDU hat noch einiges zu tun...
Aber wir haben schon jetzt über 5000 Kandidaten für die Kommunalwahl. Da sind wir stark. Aber es stimmt, wir sind immer noch eine männerdominierte Partei. Und deswegen haben wir etwa die Landesfachausschüsse neu besetzt. Denn auch dort wollen wir Frauen und jungen Leuten bessere Chancen geben.
Auch mit Posten?
Nicht jeder muss ja gleich irgendwo Abgeordneter oder Parteivorsitzender werden. Wir brauchen vor allem mehr ehrenamtliches Engagement - sei es im Sportverein, bei der Feuerwehr oder auch in der CDU. Übernahme von Verantwortung kann auch Freude machen. Das ist zwar nicht immer so......Sie kennen das also auch...Oh ja, immer wenn ich frustriert bin, fahre ich auf meinen Betrieb und schlage Pfähle für Zäune ein. Und so habe ich mittlerweile sehr stabile Zäune.

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von
erstellt am 25.Feb.2013 | 03:12 Uhr

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