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Ernährung & Gesundheit

23. Oktober 2014 | 05:47 Uhr

Trendsport Heigln : Sanfte Fitness an der frischen Luft

vom

Bei vielen Norddeutschen steht Heigln hoch im Kurs. Der Körper wird durch die Übungen gefordert, aber nicht überfordert.

Wunstorf | Die Arme hoch und strecken, auf einem Bein stehen, sich recken und die Wirbelsäule dehnen: "Das rund einstündige Heiglprogramm fordert den ganzen Körper, ohne ihn dabei zu überfordern oder zu erschöpfen", erklärt Kerstin Lange, Vorsitzende des Verbands Konditions-Therapie Methode Heigln aus Wunstorf. Und hält auch im hohen Alter noch fit und beweglich: "Heigln ist ein sehr körperfreundlicher und sanfter Sport, der grundsätzlich für jeden Menschen geeignet ist", sagt die Trainerin.
Obwohl es das Heigl-Training schon seit vielen Jahrzehnten gibt, ist es fast nur im norddeutschen Raum bekannt. Dort allerdings erfreut es sich großer Beliebtheit.
Ohne Halle und Geräte - alles ganz natürlich

Wer heigelt, braucht keine Turnhalle, keine Geräte oder spezielle Kleidung: "Wir brauchen nur die Natur", erklärt Lange. Mit typisch norddeutscher Härte treffen sich die Gruppen bei jedem Wetter auf ihren Heigl-Plätzen: "Wir machen die Übungen auf natürlichem Boden, also Rasen oder ebenen Waldbodenflächen." Und wenn es regnet, regnet es. "Dann wird man eben nass, das ist auch nicht schlimm."
Gerade die Kombination aus Bewegung und natürlichem Wetterreiz mache das Heigln so besonders: "Man tankt Sauerstoff, wird automatisch abgehärtet, das tut unheimlich gut", erklärt die Expertin. Immer wieder höre sie von Teilnehmern, dass diese aufgrund der Wetterlage am liebsten abgesagt hätten: "Und dann haben sie den Schweinehund doch überwunden und sich anschließend viel besser gefühlt."
Turnvater Jahn kennt jeder, Heinz Heigl ist noch ziemlich unbekannt. Dabei hat der norddeutsche Sportler sogar mal die Olympiamannschaft trainiert und sie zum Gold im Fünfkampf geführt. Der Begründer des nach ihm benannten Gesundheitstrainings lernte in der Kriegsgefangenschaft einen japanischen Oberst kennen, der ihm asiatische Körperübungen beibrachte. Im niedersächsischen Duddenhausen, Heigls späterer Heimat, wurden aus diesen sportlichen Inspirationen neue Ambitionen – das Heigln war geboren. Auch wenn es bis dato hauptsächlich in Niedersachen auf Interesse stößt - der Anfang ist gemacht: "Mittlerweile gibt es Kurse in fast allen Bundesländern, sogar im Allgäu wird wöchentlich geheigelt", sagt Lange.
Fließende Bewegungen für den ganzen Körper
Während in den meisten Gymnastikkursen vorne ein Trainer stehe, der kaum alle Mitturner überblicken könne, werde beim Heigln jeder Teilnehmer wahrgenommen. "Die Gruppe steht im Kreis oder Halbkreis um den Übungsleiter, der so sofort sehen kann, ob die Übungen richtig umgesetzt werden", sagt Lange.
45 bis 60 Minuten dauert eine Kurseinheit: "Dabei werden nach und nach alle Bereiche und Muskelpartien des Körpers gefordert." Das Training selbst beschreibt Kerstin Lange als eine Abfolge einfacher und fließender Übungen, die man leicht lernen und die jeder täglich 10 bis 15 Minuten zu Hause wiederholen könne.
"Sanft und harmonisch"
Zu den Übungen gehören Dehn-, Streck-, Schwung-, Koordinations-, Lauf- und Entspannungsübungen. Die gerade Aufrichtung der Wirbelsäule habe eine besondere Bedeutung dabei, schreibt der Verein Konditions-Therapie Methode Heigl auf seiner Internetseite.
Trainerin Lange hält das Heigln besonders für ältere Menschen für einen optimalen Sport. Selbst Menschen, die eine Hüft-oder Knie-Operation hinter sich haben, könnten problemlos nach der Reha wieder anknüpfen: "Das klappt einfach gut, weil die Bewegungen so sanft und harmonisch sind", meint Lange. Viele Senioren, die einmal mit dem Heigln angefangen haben, würden nicht mehr damit aufhören wollen: "Man kommt automatisch an die frische Luft, hält den Körper aktiv. Das möchte niemand mehr missen." Ganz nebenbei schule das Heigln Ausdauer, Konzentration und den Gleichgewichtssinn: "Alles Dinge, die gerade im Alter eine wichtige Bedeutung haben."

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erstellt am 16.Mai.2012 | 09:00 Uhr

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