WILSTERSCHE ZEITUNG

 

Zwei Resthöfe sollen neuen Windrädern weichen

26. September 2011 | 00:00 Uhr | Von js

Nortorf. Die Gemeinde Nortorf möchte weitere Flächen als Eignungsräume für die Nutzung von Windenergie ausweisen. Dafür sollen sogar zwei Resthöfe, deren Wohnnutzung aufgegeben werden soll, aufgekauft und abgerissen werden, um eine möglichst große Eignungsfläche zu erreichen. Sie könnte dann mit rund 190 Hektar auf drei Flächen nördlich der Bahnlinie (54 Hektar), zwischen Bahnlinie und Bundesstraße 5 (33,5 Hektar) und zwischen B5 und K63/alte B5 (103,7 Hektar) ausgewiesen werden.

Gleich drei Mitglieder der Gemeindevertretung waren von der Beratung und Beschlussfassung ausgeschlossen. Weil sie in diesem Bereich Grundstückseigentümer sind, galten Bürgermeister Manfred Boll sowie die Abgeordneten Gerhard Dohrn und Otto Egge als befangen. Die übrigen Gemeindevertreter gaben mehrheitlich ihr Okay zu der Ausweisung von Windenergie-Eignungsflächen. Lediglich der SPD-Abgeordnete Rainer Böhmert (Foto) votierte dagegen. Er konnte sich nicht mit der Idee anfreunden, gleich zwei Resthöfe "platt zu machen". Er fügte hinzu: "Höfe sollten nicht durch Windparks ersetzt werden können."

Schon im Jahr 2009 hatte sich die Gemeindevertretung mit dem Kreiskonzept für die Regionalplanfortschreibung befasst. Die damals beschlossene Ausweisung von Windenergieeignungsflächen war vom Land bislang nicht berücksichtigt worden. Deshalb wagten die Nortorfer jetzt einen neuen Vorstoß und legten abermals fest, dass beim Bau von Windkraftanlagen weiterhin ein Abstand von mindestens 500 Metern zu Einzelhäusern und Splittersiedlungen gelten soll. Um dennoch ausreichend große Eignungsflächen ausweisen zu können, sollen die beiden Resthöfe abgerissen werden.

Rainer Böhmert findet es ein Unding, "dass wir Höfe abreißen nur, um hier einen Windpark zu errichten." CDU-Gemeindevertreter Hartwig Beimgraben konterte: "Die Höfe werden ohnehin nicht mehr bewirtschaftet." Seine Ehefrau Annelene Beimgraben, die in Vertretung des Bürgermeisters bei diesem Tagesordnungspunkt die Sitzung leitete, merkte an, dass man mit dem Abriss der künftig leer stehenden Höfe langsam verfallende Bauruinen verhindern wolle. Gegenwärtig, so bestätigte inzwischen Bürgermeister Manfred Boll, würden beide Resthöfe noch von ihren Eigentümern bewohnt. Es bestünden bereits Vorverträge mit den Windpark-Investoren zum Verkauf der Immobilien. Wenn diese nicht mehr bewohnt würden, drohe ein langsamer Verfall der zurzeit noch sehr guten Bausubstanz.


 
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