WILSTERSCHE ZEITUNG

 

"Tag der offenen Störschleife"

03. September 2010 | 04:30 Uhr | Von lpe

Ausstellung zur Störschleife: Beate von Malottky (l.) und Kirsten Puymann. Foto: ehrich

Itzehoe. Die Störschleife wieder öffnen? Es war ein Aprilscherz unserer Zeitung in diesem Jahr, wenn auch mit Tatsachen-Hintergrund: Eine Gruppe beschäftigt sich mit diesem Thema. Jetzt ist die Störschleife ein zentrales Thema beim "Tag des offenen Denkmals" am Sonntag, 12. September. Programm gibt es in Glückstadt, Wilster, Oelixdorf und Itzehoe unter der Überschrift "Kultur in Bewegung - Reisen, Handel und Verkehr". Doch für Beate von Malottky, Denkmalschützerin beim Kreis, ist es vor allem ein "Tag der offenen Störschleife": Eine Ausstellung wird eröffnet, ein Rundgang schließt sich an.

Die Idee kam durch den Aprilscherz. "Eigentlich haben wir der Störschleife überhaupt die Entstehung der Stadt Itzehoe zu verdanken", so Beate von Malottky. In dem starken Mäander des Flusses wurde um 1000 die Burg angelegt, die zur "Keimzelle" der späteren Siedlung und Stadt wurde.

Und heute? "Itzehoe ist eine Stadt am Fluss, aber man kann es in der Stadt überhaupt nicht mehr wahrnehmen", sagt die Denkmalpflegerin. "Wir versuchen in der Ausstellung zu begründen, warum das so gekommen ist", so Kirsten Puymann, Leiterin des Kreis- und Stadtarchivs. "Die Insel-Lage war zum Nachteil geworden." Eröffnet wird die Ausstellung am Denkmaltag um 11 Uhr im Rathaus in der Reichenstraße, dort wird sie zwei Wochen zu sehen sein.

Sechs Tafeln zeigen Stadtgeschichte, stellen mit Fotos von Michael Ruff Altes und Neues gegenüber, dokumentieren den Aprilscherz und liefern alte Ansichten mit vergrößerten Postkarten. Insbesondere die Sanierung wird dargestellt: das Zuschütten der Störschleife 1974, der großräumige Abriss der Neustadt, der Bau der Adenauerallee. "Die Ausstellung soll vor Augen führen, was der Fluss für Itzehoe bedeutete", sagt Beate von Malottky. Die Identität sei verloren gegangen, die Lebensader versiegt.

Beantwortet wird auch die Frage, warum das Theater "wie ein gelandetes Ufo" dort steht, wo es steht: Architekt Gottfried Böhm hatte mit einer teils geöffneten Störschleife vor der Tür geplant. Und noch eine Erkenntnis werden Ausstellung und Rundgang am Denkmaltag vermitteln, betont Kirsten Puymann: "Es steht nichts auf der Stör."


 

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