WILSTERSCHE ZEITUNG
Sozialer Tag: Wer will noch mitmachen?
Mit Hilfe eines Rollenspieles versuchten Felix Süllwold und Cyrill Engelmann den Schülern den Balkankonflikt verständlich zu machen.
Heiligenstedten. Unter dem Motto "Helden bitte melden!" findet am 17. Juni der 13. soziale Tag statt. Um möglichst viele Schüler für diese Aktion zu gewinnen, besuchten Cyrill Engelmann (19) und Felix Süllwold (19) die Julianka-Schule in Heiligenstedten. Die beiden Sylter Gymnasiasten sind zwei von rund 30 Hochschülern, die im Rahmen der "Schultour 2010" als Referenten durch ganz Deutschland reisen, um Jugendliche über die Aktion "Schüler helfen Leben" (SHL) zu informieren, ihnen die einzelnen Projekte vorzustellen und sie auf die Problematik in Südosteuropa aufmerksam zu machen.
"Durch den persönlichen Kontakt zu den Schülern möchten wir diese zur Teilnahme am Sozialen Tag bewegen und über Sinn und Zweck unserer Arbeit aufklären", sagten die beiden Referenten. Seit 1998 organisiere die Organisation "Schüler Helfen Leben" den sozialen Tag. "Schüler helfen leben ist eine Organisation von deutschen Jugendlichen für Kinder und Jugendliche in Südosteuropa", sagte Cyrill Engelmann. Gemeinsam mit dortigen Jugendlichen werde in den Staaten des ehemaligen Jugoslawiens Jugend-, Bildungs-, Versöhnungs- und Demokratiearbeit geleistet. "Das Prinzip ist ganz einfach", unterstrich Felix Süllwold. "Einen Tag lang müsstet ihr dafür die Schulbank gegen einen Platz in der Arbeitswelt tauschen." Der verdiente Lohn werde dann an Hilfsprojekte auf dem Balkan gespendet, um Kindern und Jugendlichen dort wieder Perspektiven zu schaffen. Und auch das Mitmachen sei einfach. Denn: "Helfen kann jeder." Dabei sei es egal, ob ein Schüler in einem Großbetrieb Akten sortiert, Briefmarken leckt, bei der Oma den Rasen mäht, den Hund der Nachbarin ausführt oder in der eigenen Familie seinen Dienst anbietet. "Wer einen Job gefunden hat, handelt seinen Lohn aus und füllt zusammen mit seinem zukünftigen Arbeitgeber die Arbeitsvereinbarung aus", erklärten die Referenten. Sie hofften, dass die teilnehmenden Schüler mindestens so bezahlt werden wie normale Aushilfskräfte auch.
"Ich habe im vergangenen Jahr bei unserer Bürgermeisterin gearbeitet, für dieses Jahr habe ich mich im Kanzleramt bei unserer Bundeskanzlerin, die auch eine von zahlreichen Schirmherren dieser Aktion ist, beworben", erzählte Cyrill Engelmann.
Mit Rollenspielen versuchten die beiden Referenten, den Schüler den Balkankonflikt verständlich zu machen. "Der Krieg auf dem Balkan ist mittlerweile vorbei, dennoch brauchen insbesondere junge Menschen noch immer Hilfe, denn die Situation ist nach wie vor schwierig", berichtete Cyrill Engelmann. Neben fehlender Arbeit gebe es noch immer feindselige Gruppen, und auch mit der Entwicklung der jungen Länder gehe es nur schleppend voran. "Mit den Geldern des sozialen Tages und durch die Unterstützung vieler Freiwilliger konnten schon über 130 Projekte realisiert werden", sagten die beiden Referenten, die im Mai mit weiteren 250 Schülern in Berlin zum Projekt-Auswahl-Treffen (PAT) zusammenkommen. "Dann wird abgestimmt, welches Projekt von den Geldern des Sozialen Tages 2010 gefördert werden soll."
Weitere Infos unter www.sozialertag.de.
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