WILSTERSCHE ZEITUNG
Sandbett für Brücken-Abriss
Itzehoe. Alles lief nach Plan: Freitagabend um 20 Uhr wurde die Autobahn 23 gesperrt, sechs große Bagger machten sich ans Werk, Sonnabend um 7.56 Uhr krachte die Kirchweg-Brücke in Edendorf in sich zusammen - und pünktlich am Sonntag um 14 Uhr konnte der Verkehr auf der Autobahn wieder ungehindert fließen.
Damit alles so reibungslos lief, war allerdings eine Menge Planung erforderlich. Nachdem am Freitag die letzten Fahrzeuge das Sperrgebiet verlassen hatten, wurden 120 Kubikmeter Füllsand angeliefert und aus der Böschung entnommen. "Es muss ein großes Sandbett gebaut werden, damit die Fahrbahn der A 23 nicht durch herabstürzende Brückenteile beschädigt wird", erklärte Lucas Unger von der Firma Ernst Karl aus Westerhorn. Geschäftsführer Per Karl (27) erläuterte die großen Maschinen, die gebraucht wurden: "Wir haben drei Hydraulikhämmer und drei Hydraulikscheren im Einsatz." Mit riesigen Meißeln und Zangen knabberten sich die Kolosse langsam durch die Brücke. "Es ist viel Eisen verbaut worden, daher ist der Abbruch so zeitaufwändig", erklärte Per Karl. Nichts wurde dem Zufall überlassen. "Kaputt kriegt man das Ganze immer irgendwie", meinte Lucas Unger. "Aber es muss alles durchdacht werden, damit die Brücke so zusammenfällt, wie man sich das vorgestellt hat."
Doch auch nachdem die Brücke zusammengefallen war, blieb noch viel zu tun: Das Baumaterial musste abgetragen, zerkleinert und zum Recyclingplatz gebracht werden. Außerdem hat die Firma Ernst Karl bereits mit den Vorbereitungsarbeiten für den Neubau der Fußgänger- und Radfahrbrücke begonnen, die an der gleichen Stelle entstehen wird. Schon in der kommenden Woche rücken Großgeräte an, die die Bohrungen für vier Betonpfeiler mit je einem Durchmesser von 1,80 Metern vornehmen.
Die neue Brücke wird in Spannbetonbauweise mit einer Stützweite von 43,80 Metern gebaut und kostet rund 1 Million Euro. "Wir müssen eine Brücke bauen, die aus Kosten- und Platzgründen keinen Mittelpfeiler haben wird", erklärte Claus Resse von der Itzehoer Niederlassung des Landesbetriebs Straßenbau. Im Oktober 2010 soll die Brücke fertig sein - und die Anwohner können wie gewohnt die A 23 überqueren.
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