WILSTERSCHE ZEITUNG
Rätsel um Hertie-Pläne
Itzehoe. "Wo kann man denn hier was essen?" Eine harmlose Frage - doch sie löste in der Stadt eine wahre Lawine aus. Denn der Mann, der sie stellte, erzählte der Passantin noch mehr: Er sei als Handwerker bei einer Firma aus Hannover beschäftigt und werde in den kommenden Tagen im Hertie-Haus in der Breiten Straße zu tun haben. Denn das sei verkauft, Investoren aus Berlin wollten aktiv werden. Ein anderer Itzehoer, der ebenfalls mit dem Handwerker ins Gespräch kam, erfuhr, dass die Metro-Gruppe involviert sein soll, von einem Kaufhaus soll dabei die Rede gewesen sein.
Auch Bürgermeister Dr. Andreas Koeppen staunte, von unserer Zeitung auf diese Neuigkeiten angesprochen: "Das wär’ ja ein Ding." Er hatte noch nichts dergleichen gehört, forschte aber intensiv im Rathaus nach. Ergebnis: Dort ist nichts von einem derartigen Vorhaben bekannt.
Verwundertes Kopfschütteln auch bei der Metro. "Das Thema kennt hier keiner", bedauert Pressesprecher Kilian Rötzer. "Das deutet darauf hin, dass wir nicht beteiligt sind." Er könne zwar nicht ausschließen, dass es über potenzielle Investoren Anfragen zum Beispiel hinsichtlich eines Real-Marktes gegeben habe. Doch konkrete Pläne gebe es nicht.
Konkrete Fortschritte kann auch die AVW aus Buxtehude nicht vermelden, die sich unter anderem für das Itzehoer Hertie-Haus interessiert. Nach wie vor steht die Kaufpreis-Forderung der englischen Eigentümer im Weg. Ein erneuter Vorstoß der Buxtehuder läuft.
Einer, der Genaues wissen müsste, ist Christoph Meyer aus der Geschäftsleitung der BNP Paribas Real Estate. Das Berliner Unternehmen ist für den Verkauf der Hertie-Häuser zuständig, bei 23 von 64 Immobilien hat es bisher geklappt. Und nun also Bewegung in Itzehoe? Ernüchterung: "Das höre ich das erste Mal", sagte Meyer gestern auf Anfrage unserer Zeitung. Bei den Verkäufen "sind wir leider nicht da, wo wir hin wollen". Und das gilt auch für Itzehoe.
Während sich bei den Hertie-Gebäuden in Elmshorn und Mölln etwas bewegt, kann Meyer für Itzehoe nichts Derartiges berichten. Denkbar seien höchstens Interims-Vermietungen - "das ist unabhängig von unseren Bemühungen". Auch dazu gibt es bisher keine Erkenntnisse. Und Handwerker waren noch nicht zu sehen.
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