WILSTERSCHE ZEITUNG
Mit Vollgas über die Landebahn
St. michaelisdonn. Funken sprühen durch die Halle, die Flex übertönt die Musik im Hintergrund für einen kurzen Moment. Typischer Schweiß- und Ölgeruch liegt in der Luft. Hanson tritt einen Schritt zurück und betrachtet das Schutzblech. Er scheint nicht ganz zufrieden und setzt die Flex erneut an.
So geht es nun schon seit Wochen. Wenn Kfz-Meister Sven Franzen, in Motorradkreisen nur Hanson genannt, in seiner Itzehoer Auto-Werkstatt seine Kunden bedient hat, ist für ihn in dieser Hinsicht Feierabend. Anschließend kommt das Hobby. Dazu braucht er ebenfalls Schweißgerät, Schraubenschlüssel und viele spezielle Werkzeuge. Denn was entsteht, ist einzigartig: Auf Grundlage einer Harley-Davidson baut Hanson sich seinen Dragster. Ein modifizierter Rahmen, eine geänderte Kurbelwelle und ein aufgebohrter Motor - das sind nur einige Beispiele dafür, was geändert wurde.
Dragster sind Fahrzeuge, die speziell für Beschleunigungsrennen konstruiert oder modifiziert wurden. Das Ziel aller Dragster: möglichst viel Leistung. Mit seinem Gefährt will der Itzehoer am 3. Beschleunigungsrennen am 15. Mai auf dem Flugplatz in Hopen in St. Michaelisdonn teilnehmen.
Zusammen mit Michael Ebsen hat Hanson das Rennen bereits in den vergangenen Jahren organisiert. "Da war ich so mit den Vorbereitungen beschäftigt, dass ich selbst nicht teilnehmen konnte. In diesem Jahr will ich auch mal mitfahren", sagt Hanson. Er wird dann einer von über 100 Fahrern sein, die an dem in mehreren Klassen eingeteilten Rennen teilnehmen werden.
Durchdrehende Reifen, der Geruch verbrannten Gummis und coole Motorräder wird es dann geben. 400 Starts und rund 3000 Besucher gab es 2009. Diese staunten zum Beispiel nicht schlecht, als der Däne Sven Faagarn mit seiner 500 PS starken Kavasaki mit durchdrehenden Reifen vom Start regelrecht ins Ziel ballerte. Sehenswert waren auch die bis an ihre Grenze getunten Roller, die in ihrer eigenen Klasse fuhren.
Das Besondere an dem Beschleunigungsrennen: Jeder kann mitmachen und muss keinem Motorradclub angeschlossen sein. Das Rennen ist in vier Klassen eingeteilt: Klasse A über 130 PS, Klasse B unter 130 PS. Neben dem offenen Club-Cup, bei dem Motorradclubs ihren besten Fahrer antreten lassen und der Youngster-Klasse mit Roller und Scooter wird es eine Klasse für Harley-Davidsen/Buell geben. Das 1/4- und 1/8-Meile-Rennen wird auf der 700 Meter langen Landebahn des Dithmarscher Luftsportvereins ausgetragen.
Den Zuschauern bietet sich dann unmittelbar an der Landebahn ein guter Blick auf das Renngeschehen. Für sie ist neben den Rennen auch für Unterhaltung gesorgt. In den Pausen sorgen Stunt-Fahrer für Action. Unter anderem werden Motorradhändler aus dem norddeutschen Raum ihre Waren präsentieren. Kinder können sich auf einer Hüpfburg oder standesgemäß an einem Motorrad-Simulator austoben. Für das leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt. Anmeldungen für Motorradfahrer sind über die Internetseite möglich, jedoch auch noch am Renntag.
www.das-beschleunigungsrennen.de
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