WILSTERSCHE ZEITUNG

 

Kasenorter Schleuse

Klappbrücke soll im August fertig sein

25. Juli 2011 | 04:50 Uhr | Von Jochen Schwarck

Thorsten Grap (links) und Reinhard Wohlert auf der Baustelle vor der Kasenorter Schleuse. Foto: schwarck

Nach anfänglichem Zeitverzug geht es voran bei der Sanierung des Bauwerks an der Kasenorter Schleuse

Landrecht / Stördorf. Voraussichtlich in der zweiten Augusthälfte soll die Brücke über die Wilsterau vor der Kasenorter Schleuse wieder für den Verkehr freigegeben werden. Damit rechnen Thorsten Grap, Leiter der Tiefbauabteilung im Steinburger Kreisbauamt, und der zuständige Brückenbautechniker Reinhard Wohlert. Der Kreis Steinburg als Träger für die über die Klappbrücke führende Kreisstraße 12 muss in die Sanierung der Brücke und deren Widerlager im Schleusenbauwerk rund 340 000 Euro investieren. "Vollkommen aus eigener Tasche. Dafür gibt es keine Zuschüsse", teilte Thorsten Grap mit.

Dabei traf es den Kreis ganz unverhofft: Ursprünglich waren reine Unterhaltungsarbeiten geplant, die längst abgeschlossen worden wären. Dann stellte man aber doch gravierende Schäden am Baukörper fest, einige Bauteile erwiesen sich als nicht mehr tragfähig. "Wir mussten deshalb die Sanierung von Grund auf neu planen", räumte Grap ein. Das führte nicht nur zu einer sofortigen Vollsperrung der Brücke, sondern auch zu erheblichem Zeitverlust. Jetzt aber ist das meiste geschafft. Die Baufachleute des Kreises haben sich zum Ziel gesetzt, die Sanierung - bis auf kleinere Restarbeiten - zum "Tag der Industriekultur am Wasser" am 19. August weitestgehend abschließen zu können.

Die eigentliche Klappbrücke ist längst ausgebaut. "Die Stahlteile befinden sich zur Zeit in Büttel", erläuterte Thorsten Grap. Für einen Korrosionsschutz und einen neuen Anstrich sorgt das dortige Unternehmen Andritter & Lindemann. "Die Stahlteile werden in neuem Glanz erstrahlen und schon in wenigen Tagen hier wieder eingebaut", kündigte Reinhard Wohlert an. Heute sollen die Vorbereitungen für den Stahlbetonbau beginnen. Eine unerwartet aufgetretene Verzögerung begründete Thorsten Grap mit fehlenden Stahlteilen, die sich noch in der Fertigung befunden hätten.

Umfangreich sind auch die Maurer- und Stahlbetonarbeiten, mit denen die Borsflether Peters-Bau beauftragt wurde. Auf beiden Seiten der Wilsterau müssen jeweils etwa zwölf Quadratmeter große und 30 Zentimeter dicke Betonplatten eingebaut werden, die der Klappbrücke künftig den notwendigen Halt geben. Die schadhaften Mauern wurden abgetragen und müssen neu aufgebaut werden. "Wir haben lange gesucht, um einen passenden Ziegel zu finden", zeigte Thorsten Grap ein Problem auf. Dann sei man bei der Glückstädter Ziegelei fündig geworden. Wohlert: "Damit wird sichergestellt, dass das historische Bild der alten Schleuse von 1926 wieder hergestellt wird."

Mit der Planung der Brückensanierung und der örtlichen Bauleitung hat der Kreis Steinburg das Elmshorner Ingenieurbüro Iwers beauftragt. Die zum Teil aufwändige und langsame Bauausführung sei auch auf Auflagen des Denkmalschutzes zurückzuführen, sagte Thorsten Grap. Um zum Teil noch brauchbare alte Ziegel erneut verwenden zu können, hätten diese in akkurater Feinarbeit ausgebaut werden müssen. Der Einsatz von Großgeräten für den Abbruch sei deshalb nicht möglich gewesen.

Während der Vollsperrung der Brücke werden Fußgänger und Radfahrer schon seit mehreren Wochen auf einer Behelfs-Holzbrücke über die alte Binnenschleuse,geführt. Die Schleuse selbst ist für den Kfz-Verkehr ebenso unpassierbar wie für den Schiffsverkehr. Bootseigner, die den Start der Bauarbeiten verpasst haben, sind praktisch ausgesperrt.


 

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