WILSTERSCHE ZEITUNG
Immer mehr Kutter steuern Büsum an
Büsum. Der landeseigene Büsumer Hafen wird bei Kapitänen nationaler und internationaler Fischkutter als Umschlag- und Schiffsliegeplatz zunehmend beliebter. Seit etwa sechs Jahren steuern laut Hafenmeister Rainer Wallhof (58) in wechselnden Zuwachsraten immer mehr Fischereifahrzeuge Büsum an, um dort ihre Fänge an Krabben oder Fischfrisch anzulanden.
Im vorigen Jahr wurde Büsum, der der einzige tideunabhängige Hafen an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste ist, bereits 3350 Mal von deutschen, dänischen und niederländischen Kuttern angelaufen. Es war, laut Statistik der Hafenmeisterei, der höchste Stand seit 2003 mit damals 2823 Schiffseinheiten. Ebenfalls eine Steigerung gab es 2009 gegenüber dem Jahr zuvor bei der Krabben- und Frischfischanlandung - und zwar um 4,45 Prozent. In absoluten Zahlen: 3872 Tonnen Krabben gegenüber 3747 Tonnen in 2008 und 142 Tonnen Frischfisch gegenüber 96 Tonnen im Jahr davor. Besondere Anziehungskraft auf die deutsche und ausländische Fischerei übt nach Wallhofs Worten die attraktive krabbenvermarktende Infrastruktur des Hafens aus. Sie wird gestützt durch zahlreiche dort angesiedelte einheimische Firmen wie Krabben-Kock, Rentel und Stührk sowie durch die holländischen Konzerne Klaas Puul und Heiploeg.
Die wachsende Zahl von Krabben- und Fischkuttern, die immer mehr Liegeplätze benötigen, hat bereits dazu geführt, dass eine Erweiterung der Liegeplätze von der Fischerei gewünscht wird. Allein 67 Kutter kommen aus Westküstenbetrieben, und zwar 25 davon aus Friedrichskoog, 17 aus Büsum, zehn aus Tönning und 15 aus dem nordfriesischen Raum. Die übrigen Fischereifahrzeuge stammen weitestgehend aus Holland. Mit ihnen zusammen sind es rund 120 Krabben- und Fischkutter, die ihre Ladungen nach Büsum bringen.
Kürzlich hatte Hauptausschussvorsitzender Timm Hollmann in einer öffentlichen Veranstaltung als mögliche Lösung eine Ausdehnung der bereits vorhandenen Kaianlagen in den Bereich des Hafenbeckens IV hinein angedacht. Nach seiner Ansicht ist dem gesamten Hafen "als interessantestem Entwicklungsschwerpunkt Büsums mittelfristig das größte Wirkungspotential zuzuschreiben".
Der enorme Güterumschlag mit unterschiedlichen Jahresmengen und die Ausflugschifffahrt nach Helgoland sowie entlang der Küste tragen wesentlich mit dazu bei. Beim Güterumschlag spielt der Landhandelsbetrieb Stöfen mit seinen Silo-, Futter- und Düngemittelanlagen im Hafenbecken III die dominierende Rolle. Etwa 99 Prozent der Güter werden allein von ihm gelöscht und geladen. 2008 waren es insgesamt 77 260 Tonnen Futtermittel, Düngemittel und Weizen, im vergangenen Jahr 58 209 Tonnen. Laut Hans-Jürgen Stöfen, Mitinhaber des Unternehmens, "sind die statistischen Schwankungen auf zeitlich unterschiedlich starke Preisbewegungen beim Ein- und Verkauf zurückzuführen. Somit spiegelt eine Jahresstatistik nicht die Wirklichkeit wider, denn der Warenumschlag insgesamt ist langfristig nach wie vor stabil geblieben."
Was die Ausflugsschifffahrt betrifft, so beförderten laut Wallhof die beiden Helgolandschiffe "Lady von Büsum" und "Funny Girl" in der vorigen Saison insgesamt knapp 83 800 Personen zur Roten Insel, eine Steigerung gegenüber 2008 von über 7,8 Prozent. Die Ausflugsschiffe inklusive die der Hochseeangelfahrten und Seebestattung brachten es auf über 95 600 Personen. Insgesamt fuhren also auf allen Schiffen das ganze Jahr über 179 400 Gäste hinaus aus dem Hafen, über 5200, also über fast drei Prozent mehr als 2008. Was die Frequenz des gewerblichen Schiffsverkehrs im Büsumer Hafen insgesamt angeht, so liefen an Fahrgast- und Frachtschiffen sowie Fischereifahrzeugen zusammen über 5800 Einheiten ein. Der nicht gewerbliche Schiffsverkehr, also Behördenfahrzeuge und auswärtige Sportboote, spielt dagegen eine eher untergeordnete Rolle: Insgesamt waren es 273 Schiffseinheiten, die im gesamten Jahr in den Hafen kamen.
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