SYLTER RUNDSCHAU

 

"Der ISTS hat sich immer mehr verselbstständigt"

06. Februar 2010 | Von Ulrike Bergmann

Der erweiterte Vorstand: Kim Hegemeister, Olaf Jacobsen, Erik Wedell, Rainer Frankenberg, Reinhold Riel, Carin König, Herbert Bals , Günter Schroeder und Jan Hendrik Rose. Es fehlen: Angelika Enkelmann und Frank Litzkow. Foto: Foto Privat

Sylt. Peter Douven macht einen guten Job. Und eigentlich haben die 38 Vermietagenturen, die sich Donnerstag offiziell zum Sylt Tourismus Verband zusammen geschlossen haben, und der von Douven geführte Insel Sylt Tourismus Service (ISTS) auch ein und dasselbe Ziel. Reinhold Riel lacht: "Wir wollen jeden Gast zufrieden stellen."

Riel ist frisch gebackener Vorsitzender des Vermieterverbands und stellte mit seinen Mitstreitern gestern die Satzung des Zusammenschlusses vor. Darin ist zwar weder von gemeinsamen, noch von unterschiedlichen Zielen zwischen den Privatunternehmern und dem kommunalen ISTS die Rede - im Gespräch mit dem erweiterten Vorstand werden letztere dennoch schnell deutlich. Erik Wedell, Geschäftsführer einer Keitumer Appartementvermietung, fasst sie zusammen: "Wir sind gegen die kurzfristige Umstellung des Systems zum Einzug der Kurabgabe und wir wollen, dass sich der ISTS in der fusionierten Gemeinde wieder auf die Aufgaben einer Kurverwaltung beschränkt."

Der Reihe nach: Ende des vergangenen Jahres erfuhren die Vermietbüros der Großgemeinde, dass das System zum Einzug der Kurabgabe ganz kurzfristig geändert werde. "Und das", so erklären Riel und Vorstands-Beisitzer Rainer Frankenberg (Tourist-Information Wenningstedt-Braderup), "obwohl weder die technischen Möglichkeiten vorhanden, noch Fragen des Datenschutzes geklärt sind." Mit der Umstellung wären die Vermieter gezwungen, die Anschriften ihrer Gäste (Riel: "Sie sind unser höchstes Gut") an den ISTS weiterzugeben und sie fürchten, dass dieser sie zu Werbezwecken in eigener Sache nutzen könnte. Denn, und das ist der zweite von Wedell angesprochene Knackpunkt, das kommunale Unternehmen betätige sich als Reiseveranstalter und trete damit zu den Privatunternehmern in Konkurrenz. Günter Schroeder, Inhaber der Sylt Tourismus Zentrale, blättert durch das ISTS-Urlaubsmagazin: "Hier ist überall Werbung für deren Internetportal, über das der ISTS als Vermieter von Ferienwohnungen auftritt, drin. Sogar auf den Kurkarten, die wir unseren Gästen aushändigen sollen, wird geworben."

Neben ihrem Unmut betonen die Vermieter aber auch immer ihren den Willen zur Einigung. Riel: "Wir haben in den vergangenen Jahren alle nicht gemerkt, dass sich der ISTS immer mehr verselbstständigt hat. Das muss jetzt, in der Großgemeinde wieder in die richtigen Bahnen gelenkt werden." Dann lacht er wieder und sagt nochmal: "Herr Douven macht einen guten Job, aber es geht nicht, dass sein kommunaler Betrieb der Privatwirtschaft Konkurrenz macht." Deshalb möchten sich die Verbandsvertreter mit der Politik an einen Tisch setzen und Lösungen suchen. Riel: "Ich bin sicher, dass wir alle gut zusammen arbeiten können."


 

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