SYLTER RUNDSCHAU
Freiwillige Rettungscorps Westerland
Zusammenhalt statt Schwund
Westerland. Nach einer Fahrt durch schwere See will das Freiwillige Rettungscorps Westerland nun ruhigere Gewässer ansteuern: Anlässlich der Jahreshauptversammlung demonstrierten die Mitglieder Zusammenhalt - und wollen neuen Zuwachs gewinnen: Vor wenigen Tagen nahmen an einer Übung zehn aktive und ehemalige Sylter Rettungsschwimmer als potenzielle Kandidaten teil, weitere Aspiranten sind gern gesehen. Zudem strebt das Corps das ehrgeizige Ziel an, sich neben Polizei, DRK und Feuerwehren auf Sylt als eigenständige Organisation mit Sicherheitsaufgaben zu etablieren.
Der seit 1891 existierende Traditionsverein blickte auf ein schwieriges Jahr zurück: Nachhaltige Querelen im Vorstand hatten zum Jahresende zu einer Austrittswelle geführt. Neben dem stellvertretenden Vorsitzenden und dem Ersten Vormann verließen nach Angaben des Vorsitzenden Uwe Schambortski sieben weitere Mitglieder das Corps.
"Wir sehen es mit Bedauern, dass die Kameraden ausgetreten sind, anstatt die Diskussion zu suchen. Schließlich verfolgen wir doch alle ein gemeinsames Ziel", betonte Schambortski. Die Verärgerung dokumentiert sich auch auf der Homepage des Corps, wo aktuell vermerkt wurde: "Persönliche Befindlichkeiten hatten der Verantwortung gegenüber dem Gemeinwohl den Vorrang gegeben." Als "nicht akzeptabel" bezeichnete der neu gewählte Erste Vormann Lars Lunk die Vorgänge, die sich über Monate hinweg im Vorstand abgespielt hätten. Doch damit sei es jetzt vorbei - "wir stehen jetzt noch stärker zusammen".
Obwohl die aktiven und die ehemaligen Mitglieder nun also getrennte Wege gehen, werden sie doch weiterhin Seite an Seite arbeiten müssen: Die Wasserrettung der Freiwilligen Feuerwehr Westerland rekrutiert sich aus beiden Lagern. Um etwaige Spannungen zu verhindern, kündigte Wehrführer Jörg Elias bereits eine Gesprächsrunde "unter Beteiligung eines neutralen Moderators" an.
Um dauerhaft ein fester Bestandteil der Rettungskette zu sein, will das Corps die BOS-Eigenständigkeit (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben) beantragen. Dafür wurde Hans-Wilhelm Hansen, Leiter des Brand- und Katastrophenschutzes der Gemeinde Sylt, eingeschaltet, der den Weg über mehrere Instanzen begleiten wird: Nach der Entscheidung durch die Bürgermeisterin müssen auch der Kreis und das Innenministerium das Begehren befürworten, würde hierdurch doch ein Sonderfall geschaffen. Gleichwohl, so Hansen, würde auch die Besonderheit der Insellage für eine Eigenständigkeit sprechen.
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Aus dem Polizeibericht









