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Peter Nicolaisen verstorben: Ein profilierter Gelehrter

28. Februar 2013 | 00:00 Uhr | Von Michael Stitz


PeterNicolaisen

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Flensburg/Kiel. Die Nachricht vom Tod Peter Nicolaisens kam überraschend - und sie reißt eine schmerzhafte Lücke in den Kreis profilierter Gelehrter in Schleswig-Holstein. Mit Nicolaisen wirkte ein international renommierter Anglist und Literaturwissenschaftler an den Universitäten von Kiel und Flensburg. Vor allem als Direktor des Englischen Seminars an der Flensburger Universität prägte er als Professor über Jahrzehnte ganze Lehrergenerationen.

Die Studierenden erlebten mit dem begeisterten Segler und mit feinem Humor beseelten Geisteswissenschaftler einen hoch kompenten und vermittlungsfreudigen Hochschullehrer. Seine fordernde und fördernde Lehre war stets gepaart mit einem aufrichtigen, bisweilen freundschaftlichen Interesse für studentische Belange und Anliegen.

Unter seinen Kollegen genoss Peter Nicolaisen als Wissenschaftler ein beachtliches Renommee. Seine Studien und Bücher wie zum Beispiel über Thomas Jefferson, William Faulkner oder Ernest Hemingway wurden international beachtet. Studienaufenthalte und Lehrverpflichtungen führten ihn regelmäßig an amerikanische Universitäten und zu internationalen Kongressen. Seine Entscheidung in den 1970er Jahren, einem Ruf an die damalige Pädagogische Hochschule und spätere Universität Flensburg zu folgen, motivierte auch andere profilierte Geisteswissenschaftler, an die damals noch sehr kleine Hochschule im hohen Norden zu gehen.

Nach seiner Emeritierung verstärkte Nicolaisen sein publizistisches Interesse, das vor allem der Literatur Schleswig-Holsteins galt. Seine im vergangenen Jahr von ihm herausgegebene Anthologie "Stimmenvielfalt. Gedichte aus Schleswig-Holstein" (Wachholtz Verlag) gilt als sehr sorgsam ediertes Standardwerk zur vielsprachigen Lyrik des Nordens.

Unsere Zeitung konnte Peter Nicolaisen regelmäßig als Autor verschiedener literarischer Reihen gewinnen, die ein großes Leserinteresse fanden und zum Teil in dem Buch "Das will ich lesen" (Wachholtz Verlag) ihren Niederschlag fanden.

Nicolaisens ästhetisches Interesse galt neben der Literatur auch der bildenden Kunst, was Aufsätze zum Beispiel zum Werk des Grafikers und Zeichners Ekkehard Thieme belegen.

Neben den intellektuellen Verdiensten bleibt Peter Nicolaisen aber vor allem als ein sehr freundlicher, bescheidener und zurückhaltender Mensch in Erinnerung. Ein nobler Gelehrter, dessen Leidenschaft und unermüdlicher Fleiß die schleswig-holsteinische Literaturforschung nachhaltig bereichert hat.

Der Autor war von 1993 bis 2012 Kulturchef des Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlages (sh:z). Ihn verband mit Peter Nicolaisen eine persönliche Freundschaft und die Entwicklung literarischer Reihen für die Zeitungen des sh:z.


 
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