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Sylt
Grundschulen kämpfen um Erstklässler
Sylt. Die Geburtenzahlen auf der Insel Sylt gehen kontinuierlich zurück, Familien ziehen weg - und Grundschulen auf der Insel kämpfen folglich mit sinkenden Schülerzahlen. Dass Eltern im Zuge der freien Schulwahl entscheiden können, auf welche der fünf Grundschulen sie ihre Kleinen schicken, scheint dabei für die einen zu volleren Klassen, bei den anderen zu Sorgenfalten zu führen.
Was bietet die Schule meinem Kind? Wie lange wird es nachmittags betreut, und was für Angebote kann es dann wahrnehmen? Fragen wie diese werden für die Eltern immer wichtiger, berichten Sylter Schulleiter. Beispiel: Bietet die Norddöferschule in Wenningstedt Golfen und Reiten an, ärgern sich die Tinnumer. Entwickelt sich also ein immer stärkerer Konkurrenzkampf unter den Sylter Grundschulen?
Unterschiedliche Anmeldezahlen
Frauke Wehrhahn, die die Schulabteilung der Gemeinde Sylt leitet, wäre mit solchen Formulierungen vorsichtig. Doch durch die vom Land vorgegebene Mindestgrößenverordnung, nach der Schulen außer in Ausnahmefällen mindestens 80 Schüler haben müssen, um weiter zu bestehen, sieht auch Wehrhahn, "dass wir auf Sylt jetzt ein Stück weit an dem Punkt stehen, an dem die Schulen verunsichert sind" und "stärker die Antennen ausfahren, was die anderen Grundschulen so machen ".
Dass die Anmeldezahlen für das kommende Schuljahr 2013/14 nach jetzigem Stand an den Grundschulen recht unterschiedlich ausfallen, scheint das "Antennen-Ausfahren" der Grundschulen noch zu verstärken. Bisher wurden beispielsweise für das Primarhaus in Morsum vier Schüler angemeldet, für die Schule am Nordkamp sind es 13, dagegen ist die Norddörferschule mit 22 Anmeldungen nach jetzigem Stand aus Sicht von Schulleiterin Christel Maria Glöckner ganz gut aufgestellt. Da der Anmeldezeitraum noch bis ins Frühjahr hinein läuft, seien diese Zahlen mit Vorsicht zu genießen, warnt Wehrhahn.
"In der Außenseiterrolle"
So oder so - dass die Stimmung leicht angespannt ist, hat sich auch im vergangenen Herbst gezeigt, als sich die fünf Sylter Grundschulen in einer Veranstaltung nacheinander den Eltern präsentierten: "Da wurde richtig starke Werbung gemacht, das fanden wir nicht so schön", sagt Horst-Peter Feldt, Schulleiter der Westerländer Grundschule St. Nicolai. Ähnlich sieht es Hans-Peter Krebs, Schulleiter der Grundschule am Nordkamp und deren Außenstelle, dem Primarhaus Morsum. Er betont allerdings gleichzeitig: "Die Zusammenarbeit innerhalb von Westerland ist gut. Wir werben uns keine Schüler ab."
Die einzige Grundschule mit einem anderen Schulträger als der Gemeinde Sylt ist die Norddörferschule in Wenningstedt. Und sie und ihr Kollegium, sagt Schulleiterin Glöckner, fühlen sich schon "in der Außenseiterrolle". Das merke sie auch daran, dass es sich schwierig gestalte, gemeinsame AGs oder Fortbildungen mit anderen Sylter Grundschulen anzubieten.
"Wir sind eine Schule mit Herz"
Die auf der Insel häufig benannten Reit- und Golfangebote ihrer Schule sieht sie nicht als Hauptgrund, warum sie sich momentan keine Sorge um zu wenig Anmeldungen machen muss: "Wir haben ein Konzept an der Schule, wir sind gut, wir sind eine Schule mit Herz", betont die Pädagogin, die "sich nicht verrückt machen lassen" will. Auch die Westerländer Schulleiter Krebs und Feldt sind sich auf Nachfrage mit ihr einig, dass funktionierende pädagogische Arbeit bei der Schulwahl höher gewichtet werden sollten als Zusatzangebote.
Um die Sylter Grundschulen für die Zukunft zu rüsten und Unsicherheiten abzubauen, werden momentan Gespräche mit allen Schulen geführt, um ein Grundschulkonzept für die Insel auszuarbeiten, sagt Wehrhahn. Die möglichen Inhalte so eines Konzepts sollen zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht öffentlich diskutiert werden.
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Aus dem Polizeibericht












