SYLTER RUNDSCHAU
Politischer Nachwuchsmangel
Piraten für Kommunalwahl auf Sylt gesucht
Sylt. Wie kriegen wir unsere Liste voll? In Zeiten des politischen Nachwuchsmangels ist das eine Frage, die in Schleswig-Holstein drei Monate vor der Kommunalwahl vielen Ortsvereinen der Parteien schlaflose Nächte bereitet. Besonders schwierig gestaltet sich die Lösung, wenn ein Ortsverein zum ersten Mal bei der Kommunalwahl antritt und, so wie die Sylter Piraten, bisher nur zehn Mitglieder hat - wobei allein in der Gemeinde Sylt 14 Wahlkreise besetzt werden müssten. Klappt das nicht, verliert die Partei gegebenenfalls wichtige Stimmen: Stellt sie keinen Direktkandidaten in einem Wahlkreis, dann steht sie dort auch nicht für die Verhältniswahl zur Verfügung.
Die Sylter Piraten reagieren auf diese Tatsache mit einem offenen Brief, in dem sie das geltende Wahlrecht kritisieren und ihre Lösung vorstellen, wie sie auf das Problem reagieren werden: "Uns bleibt nur der Weg, für die übrigen Wahlkreise Direktkandidaten aufzustellen, die vielleicht gar nicht den Wunsch und die Möglichkeit haben, an allen Sitzungen des Gemeinderats teilzunehmen." Momentan, sagt Insel-Pirat Oliver Sippel, rühre seine Partei noch die Werbetrommel, um diese Hilfspiraten zu finden. Bisher hat die Partei vier Listenplätze besetzt: Auf Platz eins steht Christian Thiessen, gefolgt von Tina Ellmann, Oliver Sippel und Klaus-Dieter Ellmann.
"zukunft.sylt" ist schon weiter
Der zweite Sylter Kommunalwahl-Erstling, die Initiative zukunft.sylt, ist laut Initiator Lars Schmidt in der Aufstellung der Liste schon ein bisschen weiter. Um aber nicht nur in der Gemeinde Sylt, sondern in allen 20 Wahlkreisen auf der Insel anzutreten, fehlen auch hier noch Kandidaten. Am siebten März trifft sich die Initiative offiziell zur Gründung der Liste - vorher möchte Schmidt noch keine Namen nennen. Aber diejenigen, die sich aufstellen, die würden dann anders als bei den Piraten auch für die Gemeindevertretung zur Verfügung stellen, betont Schmidt, der sich aber ansonsten "sehr wünsche", dass es die Piraten bei der Wahl in die Gemeindevertretung schaffen.
Zumindest die Motivation, warum sie sich für die Kommunalwahl aufstellen lassen, eint die Initiative mit der Sylter Piratenpartei: Beide Gruppen treten mit dem Anspruch an, mehr Transparenz in die Kommunalpolitik zu bringen, oder, wie Sippel es ausdrückt: "Um Hinterzimmerpolitik zu verhindern."
Natürlich, sagen Schmidt und Sippel, könnten Initiative und Piraten auch Politik machen, ohne gewählt zu sein. Doch um für zukunft.sylt wichtige Themen wie beispielsweise die Fliegerhorst-Frage erfolgreich zu behandeln, sei ein Antragsrecht in der Gemeindevertretung hilfreich.
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Aus dem Polizeibericht











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