SYLTER RUNDSCHAU
Strempler-Jubiläum: "Wunschlistenband" der Lebenshilfe erlebt unvergesslichen Abend
Größter Auftritt ihrer Karriere: Die Künstler der Lebenshilfe gaben (auch mit Unterstützung von Kai Klint, 2. von rechts) das Konzert ihres Lebens. Foto: stralau
Westerland. Die anfängliche Aufregung war schnell verflogen: Schon wenige Takte nach dem Start ihres bisher größten Auftritts zeigten die Bewohner der Lebenshilfe Sylt mit ihrer "Wunsch listenband" am Sonnabendabend im Alten Kursaal, dass Musik Berge versetzen kann. Berge an Selbstvertrauen.
Da griffen sie nicht nur hochkonzentriert nach Mikrofon, Gitarre und Rassel und tanzten ausgelassen, sondern waren überdies sogar auch noch in der Lage, ihr Publikum gestenreich anzufeuern. Dieses - schätzungsweise 120 Zuschauer hatten den Weg in den Saal gefunden - hätte sich keine besseren Unterhaltungskünstler für den Abend wünschen können. Ein Abend, den der Sylter Musiker Oliver Strempler für sein 50. Wunschkonzert auserkoren und dafür sechs behinderte Lebenshilfe-Bewohner mit ihrer Band an Bord geholt hatte (wir berichteten). Die dankten es ihm unter der Leitung von Kai Klint mit einem dreiviertelstündigen Auftritt, dem es an Hits ("Beinhart wie ein Rocker", "Yellow Submarine") nicht mangelte. Und wenn sie nicht von Strempler mit dem Drafi-Deutscher-Gassenhauer "Marmor, Stein und Eisen bricht" von der Bühne geholt worden wären, sie hätten vermutlich noch eine ganze Weile weiter musiziert.
Der Stimmung tat der Wechsel keinen Abbruch. Strempler knüpfte vom Unterhaltungswert da an, wo die Wunschlistenband aufgehört hatte, spielte Hits, die ihm das Publikum zurief. Mit dem Unterschied, dass man ihm seine Aufregung nach 49 Auftritten nicht anmerkte.
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