SYLTER RUNDSCHAU
Zoff um Strandsause
Party contra Küstenschutz
Sandbewegungen am Dünenfuß für Partyzelte: Dazu sagt Helge Jansen, als Initiator der Stiftung Küstenschutz, dass das Lockern von festem Sand mit Planierraupen "generell bedenklich" sei. Fotos: Bergmann
Westerland. "Küstenschutz - bitte beachten Sie, dass der Bau von Strandburgen hier nicht gestattet ist..." Ein Schild mit diesem Aufdruck steht direkt an der Treppe des FKK-Strands im Süden Westerlands. Aber genau neben diesem Schild wird seit vorgestern eifrig gebaut - und zwar nicht nur eine Strandburg, sondern am Fuß der Düne ein kleines Zelt-Dorf. Grund: Die Firma Bulgari (Schmuck, Taschen, Hotels...), die jedes Jahr auf Sylt feiert, lädt am kommenden Wochenende um die 200 Personen zu einer Party mit Meeresblick.
Baufahrzeuge wühlten den Strand auf
Vermietete Strandkörbe wurden dafür beiseite geräumt, Arbeiter schoben mit Baufahrzeugen Sand zusammen, wühlten dabei den Strand, an dem Gäste badeten und Kinder spielten, auf.
"Da werden wir zu Spenden für den Küstenschutz aufgerufen und dann darf ein Unternehmen für eine private Party hier den Strand verwüsten", ärgern sich beispielsweise Urlauber wie Gudrun Richter aus Lörrach, Dieter und Christel Wolf aus Berlin, Klaus-Dieter Rausch aus Goslar oder auch Christel Poesdorf aus Bielefeld. Sie alle mieten seit vielen Jahren einen oder mehrere der insgesamt 89 Strandkörbe an dem betroffenen Abschnitt zwischen Campingplatz und Oase zur Sonne, beklagen seit Dienstag die Verletzung ihrer Intimsphäre ("Immerhin ist das hier ein FKK-Strand") und fragen sich, wer den Aufbau einer kompletten Party-Infrastruktur im sensiblen Küstenbereich wohl gestattet hat.
Warum nicht auf dem Parkplatz?
Frank Barten von der Unteren Küstenschutzbehörde in Husum war es jedenfalls nicht. Er sagt: "Ich weiß von diesem Event gar nichts, obwohl es nach den mir bisher vorliegenden Informationen eine genehmigungspflichtige Veranstaltung gemäß Paragraf 78, Landeswassergesetz, zu sein scheint." Diesem Paragrafen nach ist es verboten, in Dünen und auf Strandwällen "Anlagen jeder Art" zu errichten, Abgrabungen, Aufschüttungen und ähnliches vorzunehmen.
Genau deshalb versteht beispielsweise Monika Hubler aus Basel nicht, warum Veranstaltungen auf Sylt "immer noch toller, größer und näher am Wasser" sein müssten: "Warum baut Bulgari seine Zelte nicht auf dem Parkplatz in den Dünen auf? Da ist es schön, niemand würde gestört und es gäbe keine Probleme mit dem Natur- und Küstenschutz."
Als die Arbeiten anfingen, wurde ein Flugblatt verteilt
Gleichzeitig beklagt sie einen "gewissen Niedergang", den sie seit einigen Jahren auf Sylt beobachte: "Dazu passt, dass man Millionen zahlt, um die Insel zu erhalten, gleichzeitig aber solche Maßnahmen genehmigt und uns Urlauber, die wir Kurtaxe und Strandkorbmiete zahlen, vorher nicht einmal informiert."
Westerlands Tourismus-Direktor Peter Douven dagegen sagt, dass diese Information erfolgt sei und den Gästen ein Umsetzen ihrer Strandkörbe angeboten wurde. Eine Aussage, über die die Urlauber nur müde lächeln. Ingrid Ernst aus Bonn: "Als die Arbeiten angefangen hatten und wir uns beschwerten, wurde ein Flugblatt verteilt."
Gäste wurden am Strand abgekanzelt
Andere Gäste beklagen, von einem Mitarbeiter des Tourismus Services am Mittwoch am Strand abgekanzelt worden zu sein: "Man sagte uns, wir hätten hier gar keine Rechte und außerdem müsse auch die Kasse des Kurbetriebs stimmen."
Und was sagt man bei Bulgari? In einem Statement heißt es, die Veranstaltungsorte des Hauses würden sorgfältig geprüft, der betreffende Strandabschnitt sei als städtischer Veranstaltungsplatz ausgewiesen und für Entschädigungen der gestörten Urlauber habe der TSW Vorkehrungen getroffen.
Leserkommentare
Sylt ist emsig bemüht, sein Image total zu ruinieren. Auf diesem Weg hat es bereits viel erreicht, wenn es endlich die "Tourimusmanager" merken, ist es zu spät. Merkt: es gibt andere und ebenso schöne Urlaubsziele in Deutschland, die nicht emsig am eigenen Grab schaufeln!
Das passt doch : Herr Douven vom Tourismusverband ist wirklich ein As im Porzellan-zerschlagen im Bemühen Sylt noch ein wenig exklusiver zu machen.
Wann merkt man endlich dass Sylt nicht von den Reichen lebt ?
Es geht nach dem Motto: Und ist der Ruf erst ruiniert ...
Jagt den Douven endlich von der Insel! Was alles will er noch ruinieren! Ganz eindeutig: TSW/Douven und Bulgari wollten hier an der Genehmigungsbehörde vorbei das Recht beugen! Liebe Urlauber, beschwert Euch massiver, bringt so etwas in die überregionale Presse und ins Fernsehen!
Viele Besucher kommen sicher auch um "Reiche" zu sehen ...
Ihr Beitrag
es ist schon bemerkenswert,dass so eine soggenannte Party am FKK.-Strand stattfinden darf. M.E.ist in Kampen doch fast jedes Jahr ein Zelt von Bulgari aufgestellt,Warum nicht in diesem Jahr?Dort kann doch wunderbar eine Party stattfinden und keiner ist gestört, im Gegenteil, da kann doch die Fa. Bulgari ihre Präsenete "Schmuck pp " bestens an die gutsituieren Menschen an _"Mann bringen". Vor allen Dingen schiebt man die bezahlten Strandkörbe zur Seit e. Außerdem kann man auch nicht ungestört Volleyball spielen. Denn wir sind jedes Jahr die gleiche Truppe die sich dort trifft. Wir persönlich kommen auch schon fast 30 Jahre auf die Insel und so etwas haben wir noch nicht erlebt. Man hat das Gefühl, dass immer mehr Party`s gefeiert werden soll. Und wer verdient an diesen Partys . - entweder der Veranstalter oder die Gastronomie. Da kann ich nur sagen, prima Einnahmen für die Insel bzw. Küstenschutz. Als Bürgermeisterin würde ich mir schon mal meine Gedanken machen für die kommenden Jahre. Der Stadfrat sollte auch einmal darüber dieskutieren und entscheiden. -Sylt hat doch Veranstaltungen genügend. Es wäre doch schade, wenn Sylt bald Mallorco II wäre. Viele liebe Grüsse aus Oldenburg.
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Sylt ist reich und wird immer reicher,
kein Korn mehr fasst selbst mehr der größeste Speicher.
Wie zur Blütezeit im alten Rom,
staut hier täglich der Menschenstrom.
die Sänften tragen Syrer und Mohren,
mit Goldblech und Flitter in Nase und Ohren.
Trutz, Blanke Hans.
Auf allen Märkten, auf allen Gassen
lärmende Leute, betrunkene Massen.
Sie ziehen am Abend hinaus auf den Deich:
Wir trotzen dir, Blanker Hans, Nordseeteich!
Und wie sie drohend die Fäuste ballen,
zieht leise aus dem Schlamm der Kracke die Krallen
Trutz, Blanke Hans.