SYLTER RUNDSCHAU

 

Erlebniszentrum Naturgewalten

Energiesparen: Eigentlich kinderleicht

25. März 2011 | 04:50 Uhr | Von Ulrike Bergmann

Schadstofffreies Afrika: Im Vergleich zu Europa und Russland (dafür stehen Andrea Ernst und Ove Larsen) produziert das von Elvira Herrig (Kindergarten Pellworm) und Anja Lorenzen (Kindergarten List) symbolisierte Afrika wenig CO2 und verfügt über keinerlei Geld.

Feuer machen mit der Sonne, Stromerzeugung per Fahrrad: Im Erlebniszentrum übten sich 13 Erzieher im praktischen Umweltschutz

List. Ganz schön einsam in Nordamerika. Ein einziges Mitglied der Workshop-Gruppe steht da. In den Händen hält sie einen Haufen Münzen, um sie herum liegen mehrere Luftballons. Neben dem Schild "Asien" dagegen drängen sich gleich mehrere Erzieherinnen. Dafür haben sie weniger Geld und weniger Ballons. Letzteres ist gut so, denn sie symbolisieren den CO2-Ausstoß der einzelnen Kontinente. Darin ist Nordamerika, ähnlich wie Europa, spitze. Und im Zusammenraffen von, im Verhältnis zur eher geringen Einwohnerzahl, viel Geld auch.

13 Sylter Kindergärtnerinnen und zwei Kolleginnen von Pellworm und aus Hattstedt haben gestern im Lister Erlebniszentrum Naturgewalten ihr Wissen in Sachen Umweltbewusstsein und Nachhaltigkeit erweitert und vor allem Ideen, Spiele und Konzepte an die Hand bekommen, um ihren Schützlingen zu vermitteln, wie kinderleicht Energiesparen sein kann. Der Workshop mit zwei Mitarbeitern von "Leuchtpol", einer gemeinnützigen Gesellschaft zur Förderung der Umweltbildung, war der zweite Teil der vom Sylter Rotary-Club unterstützten Fortbildung.

Dabei ging es nach den Einführungstagen in die Praxis: Neben der Veranschaulichung des weltweiten Schadstoffausstoßes gerieten die Teilnehmer bei einem weiteren Spiel mächtig ins Schwitzen: "Für eine Kilowattstunde Strom muss man fünf Stunden Fahrrad fahren", berichtet Dunja Christiansen aus der Kita Am Nordkamp und Kollegin Vera Hesse ergänzt: "Und man muss richtig in die Pedale treten." Eine Kilowattstunde - das reicht nur aus, um 15 Hemden zu bügeln.

"Gerade Sylt ist ein Ort, an dem viel Energie auf Kosten anderer verschwendet wird: Es gibt zu jeder Jahreszeit Früchte aus aller Welt, die Hotels wechseln oft die Handtücher, Gäste fliegen mal eben hier ein und wir haben so eine starke Luftverschmutzung, dass einzelnen Orten fast der Bäderstatus aberkannt wird", begründet Hesse ihr Interesse daran, die Workshop-Erkenntnisse in den Kindergarten zu transportieren. Die anderen Teilnehmer nicken - und überlegen schon, welche Themen sie auf die Tagesordnung setzen. Beispielsweise in Kampen will Erzieherin Andrea Ernst als erstes die Ernährung ins Visier nehmen: "Die Kinder sollen sehen, wo Lebensmittel her kommen, wo man sie kauft und welche Vorteile Produkte von einem Bauernhof in der Nähe haben."

Weniger anstrengend: Die Nutzung von Sonnenenergie. Mithilfe eines Blechs zeigen die Kursleiter Ralf Thielebein-Pohl und Anne Zetel den überraschten Kindergärtnerinnen, wie schnell sie ein Feuer entfachen können. "Das dauert nur Sekunden", wundert sich Kai Meyer aus dem dänischen Kindergarten und Ove Larsen (Naturkindergarten) ergänzt: "Die Versuche zum Begreifen der Energiegewinnung finde ich am beeindruckendsten."


 

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