SYLTER RUNDSCHAU

 

Absage

"Die Party war einfach zu erfolgreich"

30. Juli 2008 | 04:55 Uhr | Von Ulrike Bergmann

Es war einmal: So wild die 2002 wird es in Kampen nicht mehr zugehen. Die Grande Plage Party ist abgesagt. Foto: wid/Archiv

Am kommenden Sonnabend, dem ersten im August, wird am Kampener Grande Plage nicht gefeiert. Nach sechs Jahren, in denen sich die Strandparty zum Publikumsmagneten entwickelte, ist sie dem Veranstalter zu groß geworden.

Kampen. Eingestellt wegen zu großen Erfolgs. Dieses Schicksal trifft jetzt die Strandparty am Grande Plage: Sechs Jahre pilgerten am ersten Sonnabend im August immer mehr Urlauber und Gäste an den Kampener Strand, tanzten - wenn das Wetter mitspielte - barfuß im Sand, machten unterm Sternenhimmel die Nacht zum Tag. Das Event hatte sich zu einem so festen Bestandteil des insularen Veranstaltungskalenders entwickelt, dass Werbung kaum noch nötig war.

Viele Gäste werden vergeblich kommen

Deshalb werden Sonnabend vermutlich wieder viele Gäste am Abend an den Kampener Strand kommen - vergeblich. Denn die Party findet nicht mehr statt, Grande Plage-Chef Manfred Hermann hat sie schon vor Monaten abgesagt.

"Das Ganze ist zu erfolgreich und damit zu groß geworden. So groß, dass ich mir Sorgen um die Sicherheit und den Naturschutz machte", erklärt er seine Entscheidung. Um die 3 000 Besucher seien im vergangenen Jahr auf dem Fest gewesen und das ist, so Hermann, "eine Größenordnung, die auf Sylt trotz bester Zusammenarbeit mit den Behörden, denen ich für ihre jahrelange Unterstützung wirklich dankbar bin, schwierig umzusetzen ist."

Bedenken wegen Überlastung

Eine Einschätzung, die Hans Wilhelm Hansen, Leiter des für Kampen zuständigen Ordnungsamts, teilt. Er hat in der Hochsaison, in der sich Veranstaltungstermine ohnehin drängen, generelle Bedenken wegen einer Überlastung der insularen Kapazitäten: "Es sind jetzt unglaublich viele Leute hier und für spezielle Events kommen noch mehr dazu, drängen sich zusätzlich in die überfüllten Züge, schlafen, auch weil alle Betten belegt sind, in den Dünen und so weiter."

Er berichtet, dass Veranstaltungen, die immer größer würden, den Ausrichtern irgendwann über den Kopf wüchsen. "Beispielsweise bei einer Bacardi-Party in Hörnum kamen einmal um die 8 000 Leute, obwohl nur 3 000 genehmigt waren. Der Veranstalter wurde überrannt."

Beim Surf Cup gibt es keine Probleme

Eine Gefahr, die auch Westerlands Ordnungsamtschef Erik Ipsen bestätigt: "Man muss immer ein Szenario für den Fall entwickeln, dass eine Party überläuft." Wie Hansen sieht Ipsen vor allem dort Schwierigkeiten, wo viele Leute mit dem Auto hinfahren: "Bei unseren gewachsenen Veranstaltungen wie dem Surf Cup ist das zum Glück bisher kein Problem."

Probleme gab es in der Vergangenheit auch beim Grande Plage nicht, aber Hansen hat Verständnis für die Bedenken des Veranstalters: "Schließlich müssten wir ihn für Schäden in den Dünen, Verschmutzungen, weil die Toiletten nicht ausreichen und so weiter in die Pflicht nehmen." Und, so fügt er an, "wenn eine Straße wegen überdimensionierten Veranstaltungen zugeparkt ist und Anwohner deshalb im Notfall keine Hilfe bekommen, steht der Staatsanwalt sofort im Ordnungsamt."

Auch aus der Party des Roten Kliffs wird nichts

Peter Kliem vom Club Rotes Kliff hatte, nach der Absage des Grande Plage, ein eigenes Event am Strand geplant. Aber auch daraus wird in diesem Jahr nichts. Er erklärt: "Für eine mögliche Fläche haben wir keine Genehmigung bekommen und der Aufwand, Equipment wie Strom, Wasser und Toiletten an den Strand zu bringen, ist zu groß beziehungsweise mit dem Naturschutz unvereinbar."


 

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