SYLTER RUNDSCHAU

 

Premiere am 18. August 2010: Was Eltern angehender Fünftklässler wissen müssen

9. Februar 2010 | Von rik


Verantwortlich für das neue Schulmodell: Rüdiger Thomsen, Dr. Wolf-Dietmar Stein und Dr. Norbert Spahn (v. l. n. r.). Foto: Bergmann

Premiere! Voraussichtlich am Mittwoch, den 18. August, öffnet sich erstmals der Vorhang für die "Schule für Sylt". Gäste, oder besser gesagt Akteure, der Erstaufführung werden all die Kinder sein, die im kommenden Sommer die Grundschule verlassen. "Wir sind dann eine Schule mit zwei Zweigen", betonen Rüdiger Thomsen, Dr. Norbert Spahn und Dr. Wolf-Dietmar Stein, die bisher die drei Einrichtungen des Schulzentrums leiten. Der eine Zweig ist das G8-Gymnasium, das nach acht Jahren auf der weiterführenden Schule zum Abitur führt. Dazu kommt die Regionalschule, an der der Haupt- und Realschuleabschluss sowie nach neun Jahren das Abitur (G9) gemacht werden kann.

Was auf die Fünftklässler im Regionalschulbereich zukommen wird, erklären Stein und Thomsen.

Empfehlungen: Ob Kinder eine Haupt- oder Realschulempfehlung haben, spielt für die Anmeldung und die weitere schulische Laufbahn künftig keine Rolle mehr. Lediglich die Aufnahme am Gymnasium ist schon seit ein paar Jahren mit Hauptschulempfehlung nicht mehr möglich. Thomsen: "Auf das G8-Gymnasium sollten wirklich nur die Kinder geschickt werden, die von den Grundschulkollegen dafür empfohlen werden. Für die anderen stehen alle Wege und Fördermöglichkeiten offen, um nach neun Jahren Abitur zu machen."

Anmeldung: Die Anmeldung der Schüler soll vorrangig vom 22. bis zum 24. März jeweils zwischen 8.30 und 12.30 Uhr stattfinden. Angehende Regio nalschüler melden sich im Sekretariat der Realschule, Gymnasiasten im Gymnasium an.

Zusammenstellung der Klassen: Ziel ist es, möglichst homogene Gruppen zu bilden, in denen sich die Zahl der Kinder mit Real- und der mit Hauptschulempfehlung die Waage hält. Stein: "Je nach Schülerzahl werden wir drei oder vier fünfte Klassen bekommen. Um die Kinder gleichmäßig zu verteilen, werden wir vorab Gespräche mit den Grundschul-Kollegen führen."

Einschulung: Zurzeit denken die drei Schulleiter über eine Begrüßungsfeier für alle Kinder der neuen "Schule für Sylt" nach. Thomsen: "Das wird aber davon abhängen, ob wir alle im Forum unterbringen können."

Fördern und Fordern: In Deutsch, Mathe und Englisch werden die fünften Klassen fünf Stunden pro Woche unterrichtet. Nach der Eingewöhnungs- und Kennenlernphase werden diese Stunden folgendermaßen aufgeteilt: Drei Stunden gemeinsamer Unterricht für die ganze Klasse. In den weiteren zwei Stunden gibt es Förderunterricht für die Kinder, die den Stoff noch nicht verinnerlicht haben und Forderaufgaben für diejenigen, die schneller lernen.

Wer mit dem Förderunterricht noch nicht ausreichend versorgt ist, kommt in das Coaching-System. Dort arbeiten ältere Schüler unter Aufsicht eines Lehrers mit jüngeren an deren Schwachstellen. Und wem das nicht reicht, wird im Rahmen der Offenen Ganztagsschule Nachhilfeunterricht angeboten, für den die Eltern dann allerdings zehn Euro pro Monat zahlen müssen.

Übergreifender Unterricht: In Kunst, Musik, Theater und Sport werden Regionalschüler und Gymnasiasten gemeinsam unterrichtet. In Biologie und Erdkunde wird es gemeinsame Projekte geben.

Durchlässigkeit: Zeigt ein Kind in der Regionalschule überdurchschnittliche Leistungen, ist Probeunterricht am G8-Gymnasium möglich. Umgekehrt gilt auch, dass Gymnasiasten versuchsweise in die Regionalschule schnuppern und dann beispielsweise das Abitur in neun statt acht Jahren anstreben können.

Weitere Informationen: Am Donnerstag, den 18. Februar, findet um 19 Uhr im Forum (Eingang Hauptschule) eine Informationsveranstaltung für alle Eltern angehender Fünftklässler statt. Dabei werden beide Zweige der Schule, das G8-Gymnasium und die Regionalschule, deren Bildungsziele, Lernangebote und Arbeitsweisen vorgestellt und die Gebäude gezeigt. Außerdem stehen Vertreter der Elternschaft, der Schüler und der Schulleitungen für Fragen zur Verfügung.

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