SYLTER RUNDSCHAU
Bürgermeinug noch unklar
Hörnum gibt Angebot für den Hafen ab
Hörnum. Die Gemeinde wird der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) ein unverbindliches Kaufangebot für den Hafen auf den Tisch legen. Das haben die Gemeindevertreter in ihrer nichtöffentlichen Sitzung am Donnerstag mit einer Zweidrittel-Mehrheit beschlossen, so Bürgermeister Rolf Speth. Zur Höhe der Summe wollte sich Speth nicht äußern. "Das ist auch der Grund, warum wir die Entscheidung im nichtöffentlichen Teil behandelt haben." Wenn es um konkrete Zahlen gehe, werde die Öffentlichkeit immer ausgeschlossen und dies sei deshalb auch im Fall des Hafens so geschehen.
Der Hafenkauf würde Hörnum nach jetzigem Stand zirka zehn Millionen Euro kosten. Etwa die Hälfte würde für die anstehenden Sanierungsarbeiten gebraucht. Speth sei kürzlich mit Gisela Junge (Finanzausschussvorsitzende) und Joachim Rück (Rechtsamt) in Kiel gewesen, um mit der BImA zu sprechen. "Uns wurde gesagt, dass sie den Verkaufspreis um 50- bis 100 000 Euro senken könnten, was aber bei fünf Millionen Euro quasi keine Rolle spielt", so der Bürgermeister verärgert.
Ebenfalls unzufrieden ist die CDU-Fraktion. Allerdings weniger wegen des Nicht-Entgegenkommens der BImA sondern vielmehr, weil ihrer Meinung nach die Bürger von der Entscheidung für oder gegen den Kauf des Hafens ausgeschlossen werden. "Wir müssen doch, bevor wir der BImA etwas anbieten, erstmal die Bürger fragen, ob sie denn überhaupt für den Kauf des Hafens sind", meint Ingo Dehn. Die Folgekosten, die sich aus solch einem Kauf ergeben, werde die Gemeinde noch die nächsten 30 bis 50 Jahre abbezahlen. Dehn sprach sich außerdem dafür aus, erstmal eine Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben, um eine Grundlage für eine Entscheidung zu haben.
Davon wiederum hält Speth überhaupt nichts: "Das kostet nur Geld. Außerdem", so betonte der Bürgermeister, "gehe es jetzt erstmal um ein unverbindliches Angebot." Wegen der Finanzierung des Hafens habe man sich bereits gemeinsam mit Partnern zusammengesetzt und schon mal durchgerechnet. Es gebe auch vielleicht noch die Möglichkeit, einige Fördergelder aufzutreiben, was die Kosten für die Gemeinde mitunter deutlich senken könne. Auch der Renovierungsstau könne eventuell gezogen werden, "die fünf Millionen dafür sind ja nicht von heute auf morgen fällig."
Wenn die BImA auf das Angebot der Gemeinde eingehe, werde noch einmal genau durchgerechnet und das Ergebnis den Bürgern dann präsentiert. "Wir werden die Stimmung abfragen", versichert Speth. Wenn die BImA das Angebot ablehne, aus welchen Gründen auch immer, müsse man wieder neu überlegen. "Ich bin sicher, wenn ein Investor den Hafen kauft, will er Gewinn machen und das wird meiner Meinung nach nur über mehr bauliche Masse gehen, was wir alle nicht wollen."
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