SYLTER RUNDSCHAU
"Die Schlacht ist verloren"
Westerland. In der Werbebroschüre für den neuen Wohnblock am Sjipwai heißt es: "Machen Sie sich selbst ein Bild von einer der schönsten Urlaubsstätten Deutschlands..."
Trotzdem schworen Makler Bodo Rüddenklau und Architekt Fritz Mannewitz jetzt bei einem Pressetermin, dass es sich bei den 27 Eigentumswohnungen, die dort entstehen, wo bis vor kurzem die letzten Mieter des Sonnenhofes den Auszug verweigerten (wir berichteten) um Dauerwohnraum handle. Rüddenklau: "Es sind Dauerwohnungen, definitiv Dauerwohnungen und irgendetwas muss man in so einem Prospekt ja schreiben."
Irgendwas, ja... Joachim Schweitzer, als kaufmännischer Betriebsleiter des Kommunalen Liegenschaftsmanagements für den Bau von echten Dauerwohnungen (also für solche, in denen Menschen wohnen, die hier arbeiten, ihren Hobbys nachgehen, sich für ihre Kinder in den Sylter Schulen engagieren...) zuständig, zuckt mit den Schultern: "Im Bebauungsplan haben wir vorgeschrieben, dass dort Erstwohnsitze entstehen. Wir können nach Fertigstellung aber nur kontrollieren, ob 27 Leute mit erstem Wohnsitz gemeldet sind. Ob sie wirklich dauerhaft hier leben, steht auf einem anderen Blatt."
Man habe die Schlacht um den Erhalt von tatsächlichem Dauerwohnraum verloren und müsse sich, so Schweitzer weiter, davon verabschieden, dass irgendein privater Investor solchen schaffe: "Wohnraum für Sylter können nur wir, die Gemeinde, auf Erbpacht- oder Mietbasis realisieren."
Auch das neben dem künftigen Block am Sjipwai liegende Grundstück Bahnweg 24, wo gerade die Reste des Textildiscounters "Kik" abgerissen werden, gehört zu dem von Investor Alexander Pade vorangetriebenem Projekt. Dort entstehen 14 Appartements, die, so freut sich Rüddenklau, alle bereits vermietet sind: "Da bringen Sylter Firmen ihr Personal unter." Im Erdgeschoss werden Läden einziehen: Auto- und Appartementvermietungen, ein Weinhandel... An Nachfrage herrsche kein Mangel. Und das zugehörige Personal kann ja vom Festland kommen...
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