SYLTER RUNDSCHAU
60 Familien gegen den BOS-Funkmast in List
List. Nach Angaben der Initiatoren haben sich in den vergangenen zwei Wochen 60 Lister Familien der Interessengemeinschaft gegen den im Jenslongtal geplanten Sendemast für den Behördenfunk angeschlossen (wir berichteten). "Unsere Mitstreiter kommen nicht nur aus dem Süderhörn, sondern aus allen Teilen des Ortes, darunter viele, die davon leben, an Feriengäste zu vermieten", berichtet Dr. Joseph Heussen.
Den Mitgliedern der Interessengemeinschaft sei bewusst, dass eine lückenlose Kommunikation für Polizei und Rettungsdienste unerlässlich sei. Darum wolle man den Funkmast auch nicht grundsätzlich verhindern, sondern fordere lediglich einen unbedenklichen Standort mindestens eintausend Meter von der Wohnbebauung entfernt. Heussen reagiert damit auf die "überheblichen und arroganten Vorwürfe" von Kampens Wehrführer Andreas Petersen (Sylter Rundschau vom 14. Januar), der der Initiative vorgeworfen hatte, den Mitgliedern sei der freie Blick aus ihrem Fenster wichtiger als die Sicherheit der Insulaner.
"Wer uns ’vorgeschobene Gründe’ unterstellt, setzt sich über die ernsthaften Bedenken der Bevölkerung hinweg. Offenbar hat Herr Petersen nicht verstanden, dass wir nicht den Mast in Frage stellen, sondern nur den geplanten Standort", erklärte Heussen gegenüber der Sylter Rundschau. Verwundert zeigt er sich auch über die Aussage des Kampener Wehrführers, dass jedes Handy am Ohr mehr strahle als besagter BOS-Funkmast. "Würde das Bundesamt für Strahlenschutz eine Studie zu möglichen Gesundheitsrisiken in Auftrag geben, wenn zweifelsfrei feststünde, dass die Strahlung unbedenklich ist?"
Die Interessengemeinschaft setzt nun darauf, dass die Gemeinde List ihre Zustimmung zu dem geplanten Standort widerruft und sich für eine gesundheitlich unbedenkliche Alternative außerhalb des Ortes stark macht.
Leserkommentare
@HELMUTH SCHMIDT
Warum sollte man so einen Funkmast mit möglicherweise gesundheitsgefährdender Strahlung und einer für einen von Reetdachhäusern geprägten Kurort fragwürdigen Ästhetik mitten im Ort gebaut werden, wenn es dafür bessere Standorte gibt? Der ursprünglich vorgesehene Standort am Klärwerk hat auch noch den Vorteil, dass der Ellenbogen in die Erreichbarkeit einbezogen würde.
Dieser BOS Funkmast ist ausschließlich für den digitalen Funkverkehr von Sicherheitsbehörden, nicht für Handyempfang.
Die Standorte wurden sicher nach den Notwendigkeiten für das Netz ausgesucht. Ob in List so ein Gittermast, wie anderswo gut aussieht, ist eine andere Frage. Es gibt sicher Mastbauarten, die weniger auffallen: Sowas kann man durchaus fordern. Nochmal: Die Strahlung von dem Mast ist nicht größer, als von den Handys und Handysendern in List. Das wird nicht in Frage gestellt: Für mich ist die Bürgerinitiative deshalb wenig glaubwürdig. Der Hochleistungssender von Puan Klent spuckt mehr Elektrosmog aus, als alles Andere auf Sylt: Bloß das stört dort keinen seit 50 Jahren.
www.gross-fredenwalde.de/_pdf/DF_TETRA-Fakten_web-2.pdfhttp://www.google.com/url?sa=t&rct=j&q=tetra%20information%20bosfunk%20pdf&source=web&cd=10&ved=0CFwQFjAJ&url=http%3A%2F%2Fwww.landesverbaende.diagnose-funk.de%2Fassets%2Fdf_tetra-fakten_diginet.pdf&ei=Z4sZT7-1NoLqrAfY_qzGDQ&usg=AFQjCNHfJ2hu7T3M2byrbcY-OnnIHm9DCQ
Richtig ! Es geht um Ästhetik; allerdings an beiden Standorten. Der am Klärwerk wurde von der Behörde aus genau diesem Grund abgelehnt, Im I-Tal käme aber noch eine mögliche Gefährdung der Gesundheit der in unmittelbarer Nähe lebenden Menschen hinzu. Bevor Sie die Mitglieder der IG pauschal als Querulanten verunglimpfen, sollten Sie sich erst mal bemühen, den Sachverhalt in Gänze zu verstehen.
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Die elektromagnetischen Felder von so einem Mast sind gegenüber einem Handy in der Tasche oder in der Nähe um ein Vielfaches geringer. Aber das wollen die Querulanten sicher gar nicht wissen. Den Mitgliedern der Interessengemeinschaft ist die Auswanderung zu empfehlen. Dahin, wo es weder Handy noch Fernsehempfang gibt. Dort wird der Ausblick aus dem Fenster dann bestimmt auch nicht durch einen Stahlgittermast gestört.