SYLTER RUNDSCHAU

 

Zwillingsschwestern brachten Oper auf’s Dorf

04. September 2010 | 03:00 Uhr | Von Klaus Lorkowski

Susanne Gunda präsentierte, begleitet von Stellario Fagone, Brahms-Lieder. Foto: Lorkowski

Morsum. Im Muasem-Hüs ging es am Donnerstagabend auf eine Reise nach Noten kreuz und quer durch Europa und in die Neue Welt. Unter dem Motto "Oper auf dem Dorf" ließen sich dazu über 50 Besucher entführen.

"Wir leben zwar in einer weiten und wunderschön in sich ruhenden Landschaft," so Alfred Bartling, Morsums oberster "Kulturfreund" bei seiner Begrüßung. "Aber davon alleine können wir nicht leben. Darum müssen wir unseren Gästen und den Morsumern etwas Besonderes bieten."

Das Besondere an diesem Abend: die aus Köln gebürtigen Sopranistinnen Nadja und Susanne Gunda sowie der aus Turin stammende Pianist Stellario Fagone. Die drei Künstler stimmten die Besucher mit dem im Duett gesungenen Johannes Brahms-Lied "Die Schwestern" auf die musikalische Reise ein.

Fagone führte dabei durch das Programm. Er erzählte von den jeweiligen Komponisten, charakterisierte die zum Vortrag kommenden Stücke ("elegisch" war eines seiner Lieblingswörter), nannte die Reisestationen und begleitete die beiden Sängerinnen auf dem Flügel.

Die Zwillingsschwestern aus dem Rheinland, die bereits im zarten Alter von zwei Jahren mit ihrer Mutter mehrstimmig sangen, erfuhren an der Kölner Hochschule für Musik ihr Ausbildung. Unzertrennlich aber gaben sie sich an diesem Abend nicht.

So trug Susanne Gunda prägnant und modulationsreich Brahms-Lieder vor, die sie mit eindrucksvoller Gestik und Mimik untermalte. Ihre Schwester Nadja entwickelte neben ihrem kräftigen Sologesang bei Liedern von Gustav Mahler oder bei einer aus Frankreich stammenden Bolero-Melodie auch noch schauspielerische Qualitäten. Sie illustrierten jeweils ihre Liedbeiträge.

Von Europa trug der Gesang die immer wieder Beifall spendenden Besucher über Kuba in die USA, um den Abend schließlich mit Melodien von Ralph Benatzky ("Im Weißen Rössl"), Edvard Grieg oder Giacomo Puccini ausklingen zu lassen.

Blumen, Dankesworte Bartlings sowie lang anhaltender Beifall beschlossen einen erfüllenden Spätsommerabend.


 

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