SYLTER RUNDSCHAU
Üüs Sölring Lön zum Abschied
Heute um 24 Uhr endet die vierwöchige Sendezeit von Syltfunk auf UKW 106,4 - wie fällt Ihr Fazit des ersten reinen Sylt-Radios aus?
Stefan Hartmann: Es hat unserem kleinen Team viel Spaß gemacht, wir haben uns von Woche zu Woche gesteigert und trotz der Kürze der Zeit unser Ziel erreicht. Die Leute können sich jetzt vorstellen, was es für ein Radio werden könnte, wenn wir dauerhaft für die Insel senden dürften. Wir haben überwiegend positive Rückmeldungen oder aber konstruktive Kritik erhalten. Und nach einer Woche des Erstaunens haben immer mehr Hörer Spaß an unserer Musikauswahl jenseits der überall gespielten Songs gefunden.
Lässt sich halbwegs seriös schätzen, wie viele Hörer Syltfunk in dieser Zeit hatte?
Günther Drossart: Nein. Wir waren davon ausgegangen, dass wir mit einem bestimmten Werbevorlauf und einer kompletten Abdeckung der Insel 16 000 Hörer pro Stunde erreichen können. Das haben wir aufgrund der technischen Reichweite und der Kürze des Vorlaufes nicht erreicht. Aber etwa 10 000 Hörer könnten wir erreicht haben. Die tatsächliche Reichweite kann man aber nur per Umfrage erfassen.
Wie wird es ab Sonnabend weitergehen?
Hartmann: Es wird keinen Unterschied geben. Außer das unser Praktikant um null Uhr den UKW-Stecker rauszieht, nachdem wir zum Abschluss "Üüs Söl’ring Lön" gespielt haben. Danach geht es im Internet weiter wie gehabt. Und hoffentlich auch bald im Kabel.
Drossart: Es gibt noch technische Probleme mit Kabel Deutschland, um unser Signal ins Sylter Kabelnetz einzuspeisen. Anfang der Woche gibt es Gespräche, wie sich das hinkriegen lässt. Wir wissen also noch nicht, auf welcher Kabelfrequenz man uns künftig empfangen kann.
Welche Chancen gibt es für Syltfunk, eine dauerhafte UKW-Lizenz zu erhalten?
Drossart: Im Prinzip zurzeit keine. Aber wir führen weiterhin Hintergrundgespräche, um die Kieler Staatskanzlei zu überzeugen, vielleicht über eine Ausnahmegenehmigung für die Insel nachzudenken.
Hartmann: Nach der vierjährigen Vorlaufphase, in der wir immer nur gesagt haben, wir können das, haben wir jetzt einen Monat lang beweisen, wie man ein journalistisch gutes Insel-Radio machen kann. Das ist jetzt in den Köpfen drin und kann als Grundlage einer politischen Diskussion dienen.
Ab Sonntag sendet die Konkurrenz von Antenne Sylt auf der von Ihnen bekannt gemachten Frequenz. Wie sehr wurmt einen das?
Drossart: Die werden sicherlich etwas von den von uns gesäten Früchten ernten. Das ist halt so.
Hartmann: Ich gehe davon aus, dass Antenne es positiv weiterführen wird und die Menschen hier sich acht Wochen lang an ein Medium gewöhnen können, das politisch offenbar nicht gewollt ist.
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