SYLTER RUNDSCHAU

 

Konflikttraining & Klassenzusammenhalt

Soziales Training als festes Unterrichtsfach

09. Februar 2012 | 04:50 Uhr | Von Melanie Steur

Freya ist sauer auf Jan, der im Vorbeigehen aus Versehen ihr Heft vom Tisch fegt. Foto: Steur

Pflichtstunde für alle fünften Klassen: Einmal in der Woche geht es um die Bewältigung von Konflikten

Westerland. "Ich verletze den Anderen nicht und ich achte das Eigentum des Anderen" - nach diesen beiden Regeln wird der Umgang miteinander in der Klasse 5c der Regionalschule eingeübt. Und nicht nur da. Alle sechs fünften Klassen der Regionalschule und des Gymnasiums haben einmal die Woche eine Schulstunde "Soziales Training" mit den beiden Schulsozialarbeiterinnen Lydia Zedlitz und Alexandra Berendes.

"Ich halte viel von präventiver Arbeit und da die beiden Schulen so dicht beieinander liegen, sollten die Schüler sich gegenseitig mit denselben Verhaltensregeln begegnen", erklärt Alexandra Berendes. In der Unterrichtsstunde, die seit letztem Sommer zum regulären Stundenplan dazugehört, lernen die Kinder sich gegenseitig besser kennen und wie sie in Konfliktsituationen reagieren sollen. "Durch unseren engen Kontakt zu den Schülern ist die Hemmschwelle, uns anzusprechen und um Rat zu fragen, niedriger, weil wir von Beginn ihrer Schulzeit bei uns, den persönlichen Kontakt zu einander haben."

Die Klasse 5c hat stark von dem sozialen Training profitiert: Der Klassenzusammenhalt ist deutlich stärker, als noch zu Beginn des Schuljahres und größere Konflikte sind selten.

Das Spiel "Gefühlsstatuen" soll dabei helfen, die Empfindungen des Gegenüber zu verstehen. "Zwei stellen sich in die Mitte vom Stuhlkreis und müssen sich freuen, sich ärgern oder was anderes machen und dabei still stehen", erzählt Jil. Die Gesichtsmimik, die man auf Kommando der Anderen macht, über ein paar Sekunden zu halten, bevor ein anderer Gefühlsausdruck dargestellt werden soll, sei ganz schön schwer, meint Alexandra. Häufig brechen alle einfach in fröhliches Gelächter aus.

Ganz und gar nicht lustig findet Freya, dass Jan (im Rollenspiel) im Vorbeigehen ihr Heft vom Tisch fegt. Die Aufgabe: den Konflikt zu lösen, ohne aggressiv gegenüber dem Anderen aufzutreten. "Oh, entschuldige, das tut mir Leid", sagt Jan und hebt Freyas Heft auf. "Macht nichts, kann passieren", lautet die friedfertige Erwiderung. Alltagssituationen, die schnell eskalieren können und sei es in einer Triade von Schimpfwörtern, werden in solchen Rollenspielen trainiert, damit das Miteinander der Fünftklässer funktioniert.


 

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