SYLTER RUNDSCHAU
Tinnum
Keine Sackgasse im Ingewai: Einigung auf Alternative
Tinnum. Der Ingewai wird nicht zur Sackgasse - doch bevor sich der Ortsbeirat in seiner jüngsten Sitzung zu einer Alternative durchrang, schwappte Bürgermeisterin Petra Reiber bereits in der Einwohnerfragestunde großer Unmut entgegen: "Mit Erstaunen habe ich festgestellt, dass die Verwaltungschefin, die in Westerland lebt, eine Straße in Tinnum sperrt", hieß es aus den Reihen der Anwohner. Und auch zu der Vermutung einer Tinnumerin, Reiber habe mit der geplanten Sperrung eigene Interessen verfolgt -"Sie haben dort ein Pferd stehen" - begegnete die Bürgermeisterin mit Nachdruck: "Mir ist unterstellt worden, dass ich die Straße sperren wollte. Das ist nicht so. Der Vorschlag kam von der Verkehrsaufsicht." Insbesondere die harschen Reaktionen, die sie in Leserbriefen registriert habe, seien "unterirdisch" gewesen, so Reiber.
Zur Vorgeschichte: Ende November letzten Jahres hatte die Bürgermeisterin mit einem dramatischen Appell den Verkehrsausschuss zum Handeln im viel befahrenen Ingewai gedrängt: "Ich möchte nicht warten, bis dort ein Kind zu Tode kommt." Daraufhin hatte der Ausschuss, vorbehaltlich eines ebenfalls positiven Votums des Ortsbeirates, beschlossen, den Ingewai südlich des Olivenhofs zu sperren.
Vom Vorsitzenden des Tinnumer Ortsbeirates, Uwe Dau (CDU), gab es nach einer Stunde, als der Tagesordnungspunkt schließlich anstand, dann auch mahnende Worte, die Diskussion über die Einrichtung einer Sackgasse "sachlich, ordentlich und fair" zu halten. Auch wenn dieser Aufruf verspätet erfolgte - er zeigte Wirkung.
Denn nachdem sich der Zorn der Anwohner bereits zu Beginn der Sitzung entladen hatte, waren die Bürger nun bereit, den Vorschlag von Reiner Brudnitzki, dem Leiter der Tiefbauabteilung, auf sich Wirken zu lassen.
Ziel des Lösungsvorschlags: Der Reitverkehr, der durch den anliegenden Olivenhof verursacht wird, soll weiterhin möglich sein. Dazu brauche es keine Sackgasse, so Reiner Brudnitzki, sondern Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung. Denn das Kernproblem des Ingewai seien zu hohe Geschwindigkeiten. Hierzu soll die Fahrbahn nun nördlich und südlich des Reiterhofes verengt werden. Zudem wird das Straßenschild, dass bisher vor Rindern warnt, nun mit einem Pferd auf Reitverkehr hinweisen.
Vorteil der Variante ohne Sperrung: Der Verkehr muss nicht zwangsläufig in den Ringweg und damit in das Wohngebiet ausweichen. Im Ringweg soll zusätzlich eine neue "Aufpflasterung" im Einmündungsbereich des Koogwegs Autofahrer vom Gas zwingen. Die Gesamtkosten der Maßnahmen schätzt Reiner Brudnitzki vorläufig auf rund 72 000 Euro.
Nach kurzer Diskussion folgten die Mitglieder des Ortsbeirates dem Vorschlag der Verwaltung mit einer Gegenstimme und einer Enthaltung. "Beides soll jetzt schnell und gleichzeitig geschehen. Deswegen werde ich die Maßnahmen als überplanmäßige Ausgabe in den Hauptausschuss einbringen", versprach Petra Reiber.
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