SYLTER RUNDSCHAU

 

Inventur im Altfriesischen Haus - über 500 Gegenstände erfasst

07. Februar 2012 | 00:10 Uhr | Von str

Die herbstliche Vorratskammer im Altfriesischen Haus ist gut gefüllt mit echten und nicht ganz so echten Lebensmitteln. Foto: Steur

Keitum. "Die Besucher sollen den Eindruck bekommen, dass die Küche im Altfriesischen Haus immer noch täglich genutzt wird", erklärt Sven Lappoehn, Geschäftsführer der Söl’ring Foriining. Einen Monat lang war das Altfriesische Haus geschlossen, die Zeit haben die Mitarbeiter gut genutzt und neben den Arbeiten an der Einrichtung des Hauses auch die Inventarliste vervollständigt.

Jeder Gegenstand, ob Brille, Buch, Kerzenständer oder Kleidertruhe, wurde fotografiert und samt Name und Daten in "digiCult", ein Projekt zur digitalen Erfassung und Publikation von Museumsbeständen (wir berichteten) eingepflegt. Über 500 Gegenstände sind dabei zusammen gekommen. "Einiges haben wir neu einsortiert, beziehungsweise zu den Gegenständen in der Küche dazu gestellt, wie zum Beispiel den Wasserbottich, den wir von Lütje Taysen aus Archsum bekommen haben." Auch die Vorratskammer der Küche ist gefüllt worden: "Viele denken immer, die Leute damals hatten doch gar nicht so viel, wir übertreiben. Aber dies ist natürlich die Vorratskammer im Herbst, da ist sie noch voll." Nicht alle Lebensmittel wie der Stockfisch, die Kartoffeln oder die Äpfel sind echt. "Das ist natürlich nicht machbar, aber wir haben immerhin für Imitate gesorgt." Aus Erzählungen und alten Zeichnungen könne die damalige Situation in den Friesenhäusern nachempfunden werden. "Eier wurden beispielsweise immer in Korn gelagert, weil sie dann länger haltbar sind."

Der Flur ist ebenfalls liebevoll eingerichtet worden: Puschen stehen unter der Garderobe und an der hängt neben Kleidung und Feuerhaken unter anderem auch Schafscherzeug. Hinter dem Vorhang am Ende des Flurs verbirgt sich dann doch noch etwas Modernes: "Einen Feuerlöscher brauchen wir natürlich auch", erklärt Lappoehn lächelnd. Damit im Kriechkeller die Feuchtigkeit nur noch wenig Chancen hat, Schäden anzurichten, wurde im letzten Monat eine Belüftung eingebaut und damit der historische Küchenboden auch weiterhin die Besucher tragen kann, wurde im Keller ein zusätzlicher Stützbalken eingezogen. "Es ist eben ein altes Haus." Ab Mittwoch ist das Altfriesische Haus wieder für die Besucher geöffnet, die sich dann ein Bild davon machen können, wie die Sylter früher gelebt haben.Öffnungszeiten: 8. Februar bis 31. März: Mittwoch bis Sonnabend 12 bis 16 Uhr.


 

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