SYLTER RUNDSCHAU
Filmwettbewerb
In 99 Sekunden von Sylt zur Berlinale
Das Filmteam bei der Arbeit: Felix Wenning, Leo Schick und Jarek Zimmermann (v.li.). Foto: sr
Tinnum / Kiel. Wie dreht man einen 99 Sekunden langen Kurzfilm in maximal 99 Stunden? Die Geografiestudenten Felix Wenning, Jarek Zimmermann und Leo Schick haben es ausprobiert und geschafft. Der Grund: Sie wollen den "99Fire-Films-Award" in Berlin gewinnen, der während der Berlinale ausgelost wird. Denn wessen Werk hier vor den strengen Kriterien der Jury um Filmgrößen wie Wotan Wilke Möhring, Leander Haußmann und vielen weiteren Hochkarätern besteht, dem winkt ein Preisgeld in Höhe von 9999 Euro.
Doch die filmische Aufgabe war alles andere als einfach: Am 31. Januar bekamen sie das Thema ihres Kurzfilms per E-Mail zugesandt - danach lief die Zeit. So mussten alle der rund 5700 Teilnehmer spontan ein Drehbuch entwickeln - keiner hatte Vorbereitungszeit. "Put a smile on your face", lautete das Oberthema des Filmprojektes der drei Studenten. Der gebürtige Sylter Felix Wenning sah die Aufgabe trotzdem sportlich: "Natürlich haben wir bis spät über unsere Geschichte diskutiert, aber in der Nacht stand dann bereits unser Storyboard." Der 28-Jährige ist kein Neuling als Filmemacher - auch mit der Technik kennt er sich bestens aus. Das liegt daran, dass der gebürtige Tinnumer neben dem Studium als Hilfswissenschaftler im Bereich AG-Geomedien arbeitete. Diese Abteilung hat sich der filmischen Dokumentation verschrieben - gute Voraussetzungen für Wenning.
"Es ist ein sozialkritischer Ansatz"
Schließlich packte das Nachwuchs-Filmteam ihre Ausrüstung und filmten mit Hochdruck an der Kieler Förde und in einigen örtlichen Kneipen. "In unserem Film geht es um einen Menschen, der ständig Glück konsumieren muss - es ist ein sozialkritischer Ansatz", berichtet Wenning. Nach 99 Stunden im Filmrausch voller Zeitdruck, Stress und Schnee haben die drei Studenten in den Morgenstunden des vergangenen Sonnabends ihren Film schließlich über das Internet eingesandt. Im Wettbewerb läuft der Kurzfilm nun unter dem Titel "felicis".
Die Einsender der besten neun Filme werden nach der Juryentscheidung telefonisch benachrichtigt und zur Preisverleihung am 16. Februar zur Gala des "99Fire-Films-Award" nach Berlin eingeladen. "Aber auch ein Platz unter den besten 99 Filmen, würde uns reichen", sagt Wenning. Diese 99 Werke stellen sich ab heute einem öffentlichen Voting im Internet, 99 Stunden lang. Der Gewinner des Publikumsvotings wird ebenfalls nach Berlin eingeladen und erhält 999 Euro. Die Nachwuchsfilmer, die sich den Namen "weitwinkelproduktion" gegeben haben, sind optimistisch. Auch wenn unter den Konkurrenten professionelle Produktionsfirmen zu finden sind.
Publikumsvoting im Internet unter: www.99fire-films.de
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