SYLTER RUNDSCHAU

 

Sylt

Parkgebühren sollen Haushalt aufbessern

30. Juli 2010 | 04:50 Uhr | Von M. Stralau

Die Parkpalette am ZOB soll zukünftig in den ersten zwölf Stunden kostenfrei sein - bislang sind es acht.

Die Gemeinde Sylt will kostenfreies Parken an Sonn- und Feiertagen aufheben - und die Gebühren teilweise verdoppeln.

Sylt. Die Sylter und ihre Gäste müssen sich darauf einstellen, auf bewirtschafteten Parkflächen in der Gemeinde Sylt auch an Sonn- und Feiertagen eine Gebühr zu entrichten. Die Zustimmung der Gemeindevertretung vorausgesetzt, soll der auf einem SPD-Antrag basierende Empfehlungsbeschluss des Wirtschafts- und Verkehrsausschusses vom Mittwoch (Abstimmungsergebnis 8:2) ab dem 1. Januar 2011 Anwendung finden.

Zu den betroffenen Gebieten zählen nicht nur zahlreiche Straßen in Westerland - unter anderem Bismarckstraße und Andreas-Nielsen-Straße -, sondern auch die Bahnhöfe Keitum und Morsum. Dabei sollen auch die Sonn- und Feiertage auf Basis der jeweils gültigen Tarifstruktur berechnet werden. Beibehalten möchte der Ausschuss die Bewirtschaftung der Parkplätze Brandenburger Platz und Käpt'n-Christiansen-Straße. Das Gremium kassierte damit einen Empfehlungsbeschluss des Westerländer Ortsbeirates, der sich Ende Mai zumindest bei letzterem Parkplatz für ein Ende der Bewirtschaftung ausgesprochen hatte, da dadurch die umliegenden Straßen zugeparkt würden. Des Weiteren soll auf diesen Parkplätzen die Höchstparkdauer von vier auf neun Stunden ausgeweitet werden - wobei das Tagesticket fünf Euro kosten wird. Ein Betrag, den Ursula Lunk-Lorek (SWG) kritisierte: "Ich hätte mir einen Beschluss gewünscht, in dem man für alle Straßen sozialverträgliche Parkgebühren einführt und die strandnahen Plätze günstiger hält. Fünf Euro pro Tag sind gerade für innerstädtische Arbeitnehmer nicht zumutbar."

Ein "ordentliches Plus" für die Gemeindekasse

Gerd Nielsen von der SPD sah in der "moderaten Erhöhung" - die Sommertarife werden in den Straßen von 0,50 auf 1 beziehungsweise von 1 auf 1,50 Euro pro Stunde angehoben und der Wintertagestarif von 1 auf 1,50 Euro - den Vorteil, daraus für die Gemeindekasse ein "ordentliches Plus" zu generieren. Angesichts von Großprojekten wie Feuerwache-Neu- und Schulzentrumsumbau könne man sich so auch "ein Stück weit finanziellen Spielraum schaffen". Ein Argument, dass Ordnungsamtsleiter Hans-Wilhelm Hansen nicht gelten ließ: "Hauptgrund für Parkraumbewirtschaftung ist nicht die Haushaltskonsolidierung. Hier stehen eher verkehrs- und umweltpolitische Aspekte im Vordergrund."

Dass der Verkehrsausschuss die sehr wohl berücksichtigen wollte, zeigte er bei dem Beschluss, die Nutzung der Parkpalette am ZOB in den ersten zwölf statt wie bisher in den ersten acht Stunden kostenfrei zu gestalten. Um das wilde Parken in der Innenstadt unter Kontrolle zu halten, waren sich alle Mitglieder einig, müsse die Verwaltung zudem ein ausgewogenes Einwohnerparksystem erarbeiten.


 

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