SYLTER RUNDSCHAU

 

Die "un"-perfekte Minute: Kandidaten müssen warten

28. Januar 2012 | 04:40 Uhr | Von Nils Jesumann

"Spaghettiträger" Ricky Katzera (li.) und Sebastian Berlin bei "Die perfekte Minute". Foto: sat1

Sender verschiebt Ausstrahlung von Spielshow / Gewinnausschüttung für Sylter Kandidaten erst im Sommer

Wenningstedt. Blechdosen mithilfe von ungekochten Spaghettis stapeln oder rotierende Kreisel auf einem Lineal balancieren - das TV-Format "Die perfekte Minute" setzt auf Action. Was das bedeutet und wie sich die Spielregeln des Fernsehgeschäfts schlagartig ändern können, haben die beiden Wenningstedter Ricky Katzera und Sebastian Berlin nun am eigenen Leibe erfahren. Die 27-Jährigen waren Kandidaten in der dritten Staffel einer von TV-Alteisen Ulla Kock am Brink moderierten Gameshow des Senders Sat 1. "Ich hatte mich bereits für die zweite Staffel beworben, aber da waren die Folgen schon abgedreht", berichtet Ricky Katzera. Doch für den angehenden Gymnasiallehrer für Mathe und Sport war der Zug noch nicht abgefahren - kurze Zeit später bekam er eine E-Mail der Produktionsfirma: Es würden wieder Kandidaten gesucht - das Thema der kommenden Sendung seien Verwandtschaftsverhältnisse. Katzera zögerte nicht lange und rief seinen Schwippschwager in spe, Sebastian Berlin, an. Spontan drehten die Freunde ein Bewerbungsvideo in der Umkleidekabine ihres Fußballvereins - und wurden prompt genommen.

Während der ersten Show, die die beiden Sylter bestritten, wartete ein Zweikampf auf die beiden Männer. Das gegnerische Team, ein blondes Schwesternpaar, musste in Disziplinen wie "Spaghettiträger", "Schachtelpyramide" oder "Ellenbogenspießer" bezwungen werden. Auch wenn es teilweise nur um wenige Sekunden ging - am Ende hatten die 27-jährigen Männer die Nase vorn und zudem viel Geld auf ihrem virtuellen Konto. Mit 40 000 Euro wanderten Katzera und Berlin in die nächste Runde.

Doch dann wurden die Freunde von der Realität des Fernsehgeschäfts eingeholt: Vorgestern hätte die Folge der Gameshow ausgestrahlt werden sollen. Doch der Sender entschied kurzfristig, das Format aus dem Programm zu nehmen - die Quote war zu schlecht. Stattdessen wird "Die perfekte Minute" nun im Sommer auf einem neuen Sendeplatz fortgesetzt. Und hier ist der Haken: Das Geld wird den Kandidaten erst nach der Ausstrahlung ausgezahlt. Da die Staffel aber bereits abgedreht ist, wissen die beiden Sylter natürlich was sie gewonnen haben, dürfen dies aber nicht öffentlich machen. "Wir haben das auch erst über das Internet erfahren", sagt Ricky Katzera, "natürlich bin ich enttäuscht." Auch Freunde und Verwandte seien "extrem gespannt" gewesen. Auch sie müssen sich jetzt bis zum Sommer gedulden.


 

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