SYLTER RUNDSCHAU

 

"Das Publikum ist hier ausgeruhter"

29. Juli 2010 | 04:30 Uhr | Von Interview:;Jörg Christiansen

Lädt am Freitag in die St.-Severin-Kirche: Die Hamburgerin Irene Schulte-Hillen (61). Foto: Christiansen

Sie sind zum zehnten Mal mit dem Sommerkonzert zu Gast in St. Severin. Bedeutet Sylt für Sie mehr Arbeit oder auch Urlaub?

Der Urlaub beginnt nach dem Konzert. Obwohl die Vorbereitung schon Monate zuvor beginnt, ist gerade die letzte Woche davor sehr intensiv.

Wie wird man Präsidentin einer bundesweiten Stiftung zur Förderung hoch begabter junger Musiker?

Dazu ist man nicht berufen, sondern das erarbeitet man sich und wächst dort hinein. Voraussetzung ist natürlich die Liebe zur Musik und zum Umgang mit jungen, begabten Menschen. Ich wollte selber mal Berufsmusikerin werden, bin aber überhaupt nicht traurig, dass es nichts wurde, weil ich sehr gerne Kinder großgezogen habe.

Wonach suchen Sie die Musiker und die Stücke für das Konzert aus?

Wir versuchen einen Querschnitt der von uns geförderten Künstler zu präsentieren, mit ihrem unterschiedlichen Alter und den verschiedenen Instrumenten. Wobei wir hier bewusst auf ein Klavier verzichten, weil wir die Orgel zu ihrem Recht kommen lassen wollen. Das Repertoire hängt natürlich sehr von den Künstlern ab.

Was unterscheidet das Keitumer Konzert von anderen klassischen Konzerten?

Zum einen sicherlich, dass die Musiker zuvor mehrere Tage auf der Insel proben. Aber den wesentlichen Unterschied macht das Publikum aus. Auf Sylt erreichen wir in dieser Zeit Menschen aus ganz Deutschland, die zu unseren Förderern zählen. Und hier sind sie in Urlaubsstimmung, ausgeruht und damit aufnahmefähiger als an einem Abend in Hamburg.

Welche Aufgabe wartet als nächstes auf Sie, wenn Sie wieder in Hamburg sind?

Im September werden die Instrumente aus unserer "Kleinen Sammlung" an die jungen Menschen übergeben, die wir im Mai und Juni dieses Jahres beim Wettbewerb "Jugend musiziert" als Stipendiaten ausgesucht haben. Und dann natürlich Konzerte, Konzerte, Konzerte. Wir organisieren über das Jahr verteilt ungefähr 60 Auftritte, darunter oftmals den musikalischen Rahmen für andere Veranstaltungen.

Welches Eis passt am besten zu klassischer Musik?

Ich denke, dass müsste eine Mischung aus Mocca, Haselnuss und Kokos sein.


 

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