SYLTER RUNDSCHAU
"Demografiefest und zukunftssicher"
Bildungsminister lobt "Schule für Sylt"
Westerland. Die "Schule für Sylt" hat den Unterricht vor gerade erst zwei Wochen aufgenommen, da zieht sie schon Besuch von der Landesregierung an: Bildungsminister Dr. Ekkehard Klug kam gestern gemeinsam mit dem nordfriesischen Schulrat Arnold Rehder nach Westerland, um sich von Lehrern und Schülern, Elternvertretern und Schulverbandsvorsteherin Petra Reiber das neue Konzept erklären zu lassen - merkte aber auch, dass es im Schulbetrieb eine Reihe von Problemen gibt.
"Sie haben hier eine demografiefeste, zukunftssichere Schulvariante geschaffen", so das Fazit des Ministers, der auch dem Holzhaus, der "Zisch-Stunde" des Projekts "Zeitung in der Schule" und dem Pädagogikunterricht der gymnasialen Oberstufe einen Besuch abstattete. Durch die Zusammenlegung dreier Schulteile liegt die Schülerzahl des Gymnasiums mit Regionalschulteil nun bei über 900. Eine Schließung ist da kein Thema, auch wenn Petra Reiber Bedenken äußerte, dass das Internat, das Philipp Graf von Hardenberg auf dem ehemaligen MVS-Gelände in List plant, der "Schule für Sylt" Schüler "abgraben" könnte.
Positiv äußerte sich Finn-Ole Paulsen, Schülersprecher des Gymnasiums: "Die Schülerschaft ist schon lange zusammengewachsen. Aber bisher hatten wir nicht einmal gemeinsame Pausen. Das neue Konzept geht also in die richtige Richtung." Mit der Elftklässlerin Christin Thomas traf Ekkehard Klug zudem eine Schülerin, die bereits die Chance nutzt, nach dem Realschulabschluss ihr Abitur in der Gemeinde Sylt und nicht in Niebüll zu machen. "Die Profiloberstufe am Gymnasium hier entspricht viel besser meinem Interesse an Biologie", sagt die 16-Jährige. Das Problem: Die Regionalschüler haben mitunter weniger Unterricht in einem Fach als ihre Gleichaltrigen am Gymnasium, zudem sind naturwissenschaftliche Fächer sowie die zweiten Fremdsprachen in der Regionalschule personell knapp besetzt. Der Bildungsminister kennt diese Sympthome: "Seit man vor drei Jahren in Kiel den Studiengang für das Französisch-Lehramt an Realschulen abgeschafft hat, macht sich ein Mangel bemerkbar." Dieses Studienfach will der Minister neu beleben. Im Hinblick auf den prognostizierten massenhaften Eintritt von Lehrern ins Rentenalter riet er: "Stellen Sie alle Lehrkräfte an, die Sie kriegen können. Was man hat, hat man."
Ganz andere Schwierigkeiten haben die Gremien der "Schule für Sylt": Bei der Zusammenführung von drei Schulkonferenzen, Fördervereinen und Elternvertretungen will man rechtliche Fehler auf alle Fälle vermeiden, hat aber keine Orientierungsmöglichkeit. Klug reagierte verblüfft. Bei der Zahl von Schulfusionen, die es in den vergangenen Jahren in Schleswig-Holstein gegeben habe, sei er davon ausgegangen, dass ein Leitfaden für die Gremienzusammenführung existiere. Die Elternvertreter sahen es pragmatisch: "Dann machen wir eben einen Leitfaden für die nächste Fusion."
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