SYLTER RUNDSCHAU
Besuch einer Kegelrobbe
Kegelrobbe "Annette" war am Hörnumer Oststrand gesichtet worden und räkelte sich einige Stunden lang am Strand. Foto: Kirsten Thiemann
Hörnum. Die junge Kegelrobbe, die am Hörnumer Hafen gestrandet war, trägt den Namen "Annette". Der Bundesfreiwillige der Schutzstation Wattenmeer auf Sylt Alexej Ghirardini fand sie nach dem Anruf einer besorgten Frau. Ghirardini organisierte eine flexible Ruhezone für den Meeressäuger. "Störungen könnten dazu führen, dass die Kegelrobbe ins Wasser flüchten und unnötig Energie verschwenden würde", sagte Biologin Kirsten Thiemann, Stationsleiterin der Schutzstation.
Einheimische und Gäste konnten aus angemessener Entfernung beobachten, wie sich "Annette" gelegentlich räkelte, streckte und gähnte. Gut zu erkennen war dabei auch der große Ölfleck auf der Brust des Tieres. "Möglicherweise ist die Robbe vom gleichen Öl betroffen, das vor einiger Zeit für einige stark verölte Eiderenten, Sanderlinge und Sturmmöwen am Sylter Strand sorgte", vermutet Thiemann. Gut genährt durch bis zu drei Wochen Muttermilch habe sie ein ausreichendes Fettpolster angesetzt, um den Winter im kalten Nordseewasser zu überleben. Die Freiwilligen der Schutzstation bewachten die Jungrobbe, bis sie mit auflaufender Flut wieder in der Nordsee verschwand.
"Annette ist die fünfte gestrandete junge Kegelrobbe in diesem Winter auf Sylt", sagt Silvia Gaus, Meeressäugerexperterin der Schutzstation. Weitere Meldungen über Sichtungen an Land oder im Wasser nimmt die Schutzstation Wattenmeer unter der Telefonnummer 88 622 27 entgegen.
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