SYLTER RUNDSCHAU
Ausgediente Diele als Familien-Erbstück
Mit dickem Bleistift signierte Tischler Willy Trautmann vor fast 60 Jahren das Holzstück eines Parkettfußbodens.
Rantum. Um ein Haar wäre es als Brennholz im Ofen gelandet - doch nun findet ein Erbstück der besonderen Art als Wandschmuck einen weitaus würdigeren Platz. Dabei konnte der Rantumer Tischlermeister Willy Trautmann zunächst wenig mit dem Stück Holz anfangen, dass ihm sein Bekannter Frank Zahel mit einem verschmitzten Lächeln und der Frage, "Na, was ist das?", vorhielt. "Ich würde sagen: Gut abgelagerte Esche", lautete die Replik Trautmanns, doch offenbarte sich der wahre Gehalt erst beim Umdrehen des Stücks Parkettfußboden. Deutlich lesbar war auf der Unterseite vermerkt: "Willy Trautmann, Westerland, 10.8.53".
Tatsächlich war es der 1975 verstorbene Großvater von Willy Trautmann, der sich auf diese Weise für die Nachwelt handschriftlich verewigt hatte. "Er war ebenfalls Tischlermeister und ich erinnere mich noch gut, dass ich von ihm zu Weihnachten und Geburtstagen oft Holzspielzeug geschenkt bekam." Das signierte Stück Holz war Teil eines alten Fußbodens, den Trautmann senior offenkundig dereinst in einem Haus in der Westerländer Norderstraße verlegt hatte. Frank Zahel hatte das Parkett ausgelöst und im heimischen Ofen verfeuert, als er bei einem Scheit gerade noch rechtzeitig die Signatur entdeckte. Sehr zu Freude von Willy Trautmann: "Das Holzstück wird lasiert und erhält dann einen Ehrenplatz an meiner Bürowand."
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