STORMARNER TAGEBLATT

 

Feuerwehr im Unterricht - Vorbeugen ist Pflicht

24. September 2009 | 04:40 Uhr | Von Andreas Olbertz

Ob Wärmebildkamera (oben) oder Stützkrümmer: Die Feuerwehrgerätschaften und Torben Klöhns Erklärungen dazu stoßen bei den Kindern auf großes Interesse. Fotos: Olbertz

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Wenn der Alarm geht, sind sie da - die Freiwilligen der Feuerwehr. Doch der ehrenamtliche Dienst bedeutet weit mehr, als "nur" im Ernstfall los zu spurten. In einer losen Serie beleuchtet das Tageblatt Facetten der Oldesloer Ortswehr.

Bad oldesloe. Wenn das mal nicht ein Heimspiel für Torben Klöhn ist. Eine Klasse der Schule am Masurenweg besucht die Feuerwehr. Eines der große Fahrzeuge steht schon vor dem Gerätehaus - das wird ein spannender Vormittag für die Kinder, so viel steht fest.

Generator, Schlauch und Pumpe, Sprungkissen, Hydraulikschere und Wathose - jedes Ausrüstungsteil des Wagens wird genau begutachtet. In den "Fachgesprächen" geht es um den Tankinhalt und die Einsatzzeit unter Atemschutz. Ein paar Nachwuchskräfte aus einer Jugendwehr sind auch in der Klasse, sie kennen so manches Teil bereits von den Dienstnachmittagen. "Du hättest jetzt aber einen Helm tragen müssen", weist einer der Steppkes Torben Klöhn zurecht, als dieser die Kettensäge präsentiert. Offensichtlich sind die Sicherheitsregeln bereits verinnerlicht worden.

Torben Klöhn ist bei der Freiwilligen Feuerwehr Bad Oldesloe für die Brandschutzerziehung zuständig. "Retten, löschen, bergen" lautet zwar der Wahlspruch der Brandbekämpfer, doch die Aufklärung gehört auch zum Aufgabenspektrum, sie ist der Kommune sogar gesetzlich vorgeschrieben. Deshalb wird der Feuerwehrmann speziell dafür sechs Stunden in der Woche frei gestellt. Da Torben Klöhn in der Stadtverwaltung beschäftigt ist, geht das relativ problemlos.

"Andrea Löser hat das total klasse gemacht", lobt der 36-Jährige seine Vorgängerin, bei der er ein Jahr in die "Grundausbildung" ging. Als Andrea Löser dann auch noch die Leitung der Jugendwehr übernahm, wurde die Belastung zu groß. Nach einem Lehrgang an der Landesfeuerwehrschule war Torben Klöhn für die Nachfolge bereit. "Das hat von Anfang an viel Spaß gemacht und ist ein totaler Kontrast zur sonstigen Arbeit", schwärmt Klöhn.

Der Besuch im Gerätehaus ist nur eine nette Geste, "der Spaßfaktor", aber Brandschutzerziehung generell eine wichtige Angelegenheit. "Die Kinder lernen das richtige Verhalten im Brandfall", erklärt der Feuerwehrmann. Dazu gehört, die eigene Adresse zu kennen, einen Notruf absetzen zu können, sich im Ernstfall nicht zu verstecken oder Angst vor Feuerwehrleuten mit Atemschutzausrüstung zu haben - gewissermaßen der Lehrplan für Kindergartenkinder. Bei Viertklässlern wird es dann schon etwas spezieller. Da stehen die Zusammenhänge von Brennstoff, Zündtemperatur und Sauerstoff auf dem Zettel. Es geht um den richtigen Umgang mit Streichhölzern, Spiritus auf dem Grill und natürlich wird der Notruf wiederholt. Dabei merkt Torben Klöhn: "Die Kinder erinnern sich. Das Wichtigste ist hängen geblieben."

32 Mal ist er ist vergangenes Jahr in Schachen Brandschutz unterwegs gewesen. In jeder Klasse läuft es anders. "In der Stadtschule bin ich mit 120 Minuten nicht ausgekommen, weil die so viele Fragen hatten und wenn reichlich Jugendfeuerwehrleute in der Klasse sind, ist es eh ganz anderer Unterricht." Um vollkommen auf der sicheren Seite zu sein, ist eigentlich noch mal eine Vertiefung ab der siebten Klasse vorgesehen. Doch dafür fehlt dem Hauptfeuerwehrmann noch die Ausbildung.

Brandschutzerziehung bezieht sich nicht nur auf Kinder. Regelmäßig informiert der Oldesloer auch Erwachsene - beispielsweise am Tag des Rauchmelders, um deutlich zu machen, wie wichtig die Kästchen an der Decke sind.


 

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