STORMARNER TAGEBLATT
Oldesloes reiche Stadtgeschichte
Bad oldesloe. Als Stormarn 1876 gegründet wurde, gab es nur eine Stadt: Oldesloe. "Alle anderen Städte wurden erst im 20. Jahrhundert gegründet. Selbst Wandsbek war damals nur ein Flecken", so Kreiskulturreferent Dr. Johannes Spallek. Oldesloe war seit dem Mittelalter eine bedeutende Handelsstadt im Norden. Umso erstaunlicher, dass es über diese Geschichte bisher kaum Literatur gibt.
Bis jetzt: Stadtarchivarin Sylvina Zander hat mehrere Jahre an einem Buch gearbeitet, das jetzt als Stormarner Heft Nr. 25 im Wachholtz-Verlag erschienen ist. "Oldesloe - Die Stadt, die Trave und das Wasser" ist mehr als 400 Seiten dick, reich bebildert und schlägt auch für alteingesessene Oldesloer völlig neue und unbekannte Kapitel auf.
"Dass es hier mal einen Krahnhafen gab, habe ich nicht gewusst, obwohl wir in der Schule noch Unterricht in Heimatkunde hatten", sagt Bürgermeister Tassilo von Bary. Typische Kindheits-Erinnerungen älterer Oldesloer teilt aber auch er, vor allem an das Baden in Beste und Trave und das Hochwasser.
"Der Fluss hat das Leben und die Entwicklung der Stadt bestimmt. Es gab in Oldesloe immer ein ganz enges Zusammenspiel zwischen Mensch und Wasser", sagt Sylvina Zander. Die Lübeckerin fährt jeden Morgen parallel zur Trave nach Bad Oldesloe, der Fluss und diese Wechselwirkungen haben sie "fasziniert". Und historisch aufbereitet wurde das Thema bislang nicht. Bangerts Oldesloe-Buch endet in der Preußen-Ära, mehr als eine Festschrift zur Stadtgeschichte mit verschiedenen Autoren gab es seitdem nicht. So lag es fast nahe, dass ihr Buch eine neue Stadtgeschichte von Oldesloe, zum Stormarner Heft Nr. 25 wurde. "Von Themen der Heimatpflege sind wir in der Reihe zu einer wissenschaftlichen Aufarbeitung der Geschichte gekommen, die wir der Bevölkerung nahe bringen möchten", so Dr. Spallek. Seit die Kulturstiftung der Sparkasse die Bücher mitfinanziert, sind die Hefte wesentlich dicker als früher geworden. Am Verlag hat sich nichts geändert, das ist seit 25 Jahren Wachholtz in Neumünster. Auf das neue Produkt in Henner Wachholz besonders stolz: "Es macht Spaß durch das Buch zu gehen. Es ist wunderbar in Kapitel eingeteilt und sie werden schön präsentiert."
Hauptquelle war das Stadtarchiv, Sylvina Zander hat sich aber auch in Lübeck sowie im Landes- und im Kreisarchiv bedient und zudem viele Interviews geführt, so dass auch seltene Postkarten und Bilder aus Privatbesitz den Weg ins Buch fanden.
In zwölf Kapitel hat Sylvina Zander ihr Buch eingeteilt, erzählt vom Lübecker und vom dänischen Anspruch auf die Trave, von Travefahrern und Fischfang, Mühlen, Dämmen und Schleusen, Mooren und Torfabbau, der Industrialisierung und Verschmutzung, Trink- und Abwasser, der Regulierung der der Renaturierung der Trave. "Schifffahrt, Trinkwassergewinnung und die Mühlen, das alles gibt es nicht mehr. Die Entwicklung bis heute ging weg von der wirtschaftlichen Bedeutung und hin zur Freizeitnutzung." Eines hat sich im Laufe der Jahrhunderte aber nicht geändert. Die Oldesloer Innenstadt ist immer noch eine Insel zwischen den Flussläufen. Und so werden Trave, Beste und Barnitz auch weiterhin das Bild der Stadt bestimmen.
- Links:
- Bad Oldesloe im Internet
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