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Räumungsklage wegen Thor Steinar in Glinde

07. August 2012 | 04:40 Uhr | Von lno


Protest vor dem umstrittenen Laden in Glinde. Foto: jbs

Protest vor dem umstrittenen Laden in Glinde. Foto: jbs

Rechtsstreit um ein Bekleidungsgeschäft geht in nächste Runde - vor Gericht in Lübeck

Glinde / Lübeck. Im Streit um einen Laden, der Bekleidung der Firma Thor Steinar in Glinde verkauft, geht es jetzt ins Detail. Weil er sich arglistig getäuscht fühlt, will der Vermieter den unliebsamen Laden mit der bei Rechtsextremisten beliebten Modemarke loswerden und hat beim Landgericht Lübeck eine Räumungsklage angestrengt. Ein erster Gütetermin im März bei der 17. Zivilkammer scheiterte. Jetzt treffen sich die streitenden Parteien am Donnerstag wieder vor Gericht. Dann sollen Zeugen befragt und Beweise erhoben werden.

Der Vermieter des Ladenraumes in der Möllner Landstraße in Glinde wirft dem Betreiber des Ladens, der Bestmarke Textil GmbH aus Mittelwalde in Brandenburg, vor, ihn arglistig getäuscht zu haben. Bei den Vertragsverhandlungen sei nur von "norwegischer Outdoor-Bekleidung" die Rede gewesen, hatte der Anwalt des Vermieters, Christian Verstege, beim ersten Verhandlungstermin im März gesagt. Die Gegenseite hatte dagegen darauf verwiesen, dass das geplante Sortiment in einer Anlage zum Vertrag ausführlich beschrieben worden sei. Auch auf die Möglichkeit von Protesten vor dem Geschäft sei darin hingewiesen worden.

Nach Angaben Versteges dagegen war dieser Passus erst nachträglich eingefügt worden und in dem ursprünglichen Vertragsentwurf, der seinem Mandanten vorgelegen hatte, nicht enthalten gewesen. Deshalb kündigte der Vermieter dem Betreiber, der allerdings auf dem bis 2015 geschlossenen Mietvertrag besteht. "Wir gehen da nicht raus, der Laden rechnet sich", hatte der Geschäftsführer der Bestmarke Textil GmbH, Thomas Pohland, beim gescheiterten Gütetermin im März erklärt.

Am Donnerstag wird der klagende Vermieter beweisen müssen, dass die Gegenseite beim Vertragsabschluss getrickst hat. Denn in dem Mietvertrag, der dem Gericht vorlag, war das geplante Sortiment des Ladens genau beschrieben. Der Entwurf, der diese Hinweise nicht enthalten habe, sei verschwunden, sagte Verstege. Am Donnerstag sollen nun zahlreiche Zeugen befragt werden, die bei den Vorgesprächen und der Vertragsunterzeichnung anwesend waren.


 
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