STORMARNER TAGEBLATT

 

Werte - im Alltag gelebt

03. September 2010 | 04:30 Uhr | Von Susanne Rohde

Andreas Olbertz, Autor und Stormarner Tageblatt-Redakteur, sowie Andrea Kefrig-Blase und Wiebke Finck vom Mehrgenerationenhaus Oase stellten das Buch "Wir sind Wer(t)!" vor. In der Mitte Irina Reichel mit Sohn Philipp, deren Familie in dem Buch porträtiert wird. Foto: srp

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Bad oldesloe. Was sind Familien heutzutage eigentlich wert und welche Wertvorstellungen spielen im Familienalltag eine Rolle? Das Mehrgenerationenhaus Oase begab sich auf Spurensuche bei sieben verschiedenen Familien in Bad Oldesloe, durchleuchtete ihren Alltag und suchte nach täglich gelebten Werten. Dabei entstand die Idee, ein Buch zum Thema "Wertebildung in Familien" zu schreiben, um anderen Familien einen Anreiz zu bieten, sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Jetzt ist das kleine, bunte Büchlein "Wir sind Wer(t)! - Familien stellen sich und ihre Wertvorstellungen vor" erschienen und kann gegen eine Spende erworben werden.

"Dieses Buch ist unser wunderbares Baby", strahlt Wiebke Finck. Die Leiterin der Oase ist sichtbar stolz auf das nach einem Jahr harter Arbeit fertig gestellte Buchprojekt, das im Rahmen des bundesweiten Projekts "Wertebildung in Familien" entstand. Im handlichen Bilderbuchformat, mit vielen Fotos aus dem Familienalltag, einem lebendigen Text und kleinen, lustigen Illustrationen des Grafikers Daniel Such soll das Buch dazu animieren, es immer wieder in die Hand zu nehmen und zusammen mit den eigenen Kindern durchzublättern. "Es soll ein Mutmachbuch für alle Familien sein", erläutert Wiebke Finck, die sich freut, dass der Verein Oase den Fotografen und Journalisten Andreas Olbertz als Autor für das Werte-Buch gewinnen konnte. Der Redakteur des Stormarner Tageblatt besuchte die Familien zum Fotoshooting zu Hause. "Die Fotos sind aus dem Leben gegriffen und nicht geschönt", betont der Vater dreier Kinder. In mehreren Workshops und bei gemeinsamen Frühstückstreffen berichteten die Familien sehr authentisch über ihre Werte, Probleme und Hoffnungen. Zu Wort kommen ganz unterschiedliche Familien: Eine Migrantenfamilie aus Russland, eine Patchworkfamilie, ein Geschäftshaushalt und eine junge Frau, die bereits mit 16 Jahren Mutter wurde und viel Unterstützung von ihrer eigenen Mutter erfährt. "Ich finde das Projekt sehr interessant, weil es uns gezeigt hat, was man hier in Deutschland anders macht bei der Kindererziehung, als in Russland. In meiner alten Heimat ist alles ein bisschen strenger, hier sind die Kinder freier. Respekt vor dem Alter ist uns sehr wichtig", erzählt Irina Reichel, die sich mit ihrem Mann Alexander und den Kindern Sofie und Philipp im Buch porträtieren ließ.

"Wir wollten etwas Nachhaltiges produzieren, etwas, das lange Bestand hat und sensibilisieren soll", betont die Oase-Mitarbeiterin Andrea Kefrig-Blase. Das Büchlein sei ein ideales Geschenk für junge Familien, denn es fordere dazu auf, mitzumachen.


 

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