STORMARNER TAGEBLATT
Mit neuem Schwung am Start
Bad oldesloe. Zum zehnten Mal wiederholt sich dieser Ablauf. Ein Umstand mit dem vor einem Jahrzehnt kaum ein Oldesloer und die wenigsten Lokalpolitiker gerechnet hätten, als man den jungen alternativen Jugendlichen vom Verein Initiative e.V. ein vollkommen marodes Gebäude am Bahnhof der Kreisstadt überließ. Mit viel Herzblut und Engagement haben es die Kreisstädter geschafft aus "einer echten Ruine" ein links-alternatives, selbstverwaltetes Jugendhaus mit eigenem Café und vor allem einem großen Konzertsaal entstehen zu lassen.
Zahlreiche Partys, Lesungen, Diskussionsabende und Konzerte haben seitdem stattgefunden. Das alles geht an dem Haus nicht spurlos vorüber, und daher treffen sich in den Sommerferien Freiwillige, um ihren Treffpunkt wieder auf Vordermann zu bringen. "Dieses Jahr waren wir 25, die hier regelmäßig mitgeholfen haben", erzählt Torge Ahlers aus dem Inihausvorstand. Eine Woche habe man jetzt noch Zeit, um die restlichen Arbeiten abzuschließen. Noch sieht es hier und da nach organisiertem Chaos aus: Auf der Bühne im Konzertsaal stehen diverse Boxen und Kabelkisten, und im Café trocknet die Farbe an den Wänden. "Es wurde neu gestrichen, die Toiletten renoviert, der Tresen abgeschliffen und überall Ausbesserungsarbeiten durchgeführt", berichten die fleißigen Helfer. Vor allem sei man auch dabei, die Maßnahmen zum Brandschutz abzuschließen. Die Fugen zwischen den neu eingebauten Platten würden geschlossen.
Hinzugekommen ist auch eine neue Küche hinter dem Tresenbereich. Von dort aus können zum Beispiel Gastbands bekocht werden. Schon vergangenes Jahr begann man mit dem Einbau einer Zwischentür zwischen dem Tresen- und dem Cafébereich. "Die lässt sich nun bei Lesungen oder Diskussionen schließen oder man macht sie gar nicht erst auf, wenn nicht so viel Betrieb herrscht", erklärt Ahlers. Zusätzlich kam in Sachen Brandschutz auch eine zweite separate Eingangstür neben dem eigentlichen Inihauseingang hinzu. Zunächst sei man deswegen skeptisch gewesen, mittlerweile aber begeistert, denn nun könne man auch in die Bibliothek und den Seminarraum im oberen Geschoss gelangen, ohne das gesamte Inihaus aufschließen zu müssen. Dieser Umstand erleichtere es, sich mit einer Gruppe auch außerhalb der Öffnungszeiten zu treffen.
Von dieser neuen Möglichkeit wird unter anderem die Klangstadtinitiative in Zukunft Gebrauch machen, die sich zunächst in den Räumlichkeiten des Inihauses gegründet hatte, dann auf Grund der Problematiken mit den Öffnungszeiten und der Frage nach "Wer hat eigentlich einen Schlüssel?" ins "Connor’s" und schließlich in Privaträume umgezogen war. "Wir freuen uns über diese Möglichkeit und werden sie gerne nutzen", so Till Weber von Klangstadt. Und Torge Ahlers vom Inihaus betont, dass das Inihaus und Klangstadt durchaus einige gemeinsame Interessen verfolgen. Denn die Förderung der lokalen Musikszene habe sich das Inihaus seit den Gründungstagen auf die Fahnen geschrieben. Nicht umsonst führen die Klangstädter ihr "Wir für uns"-Konzept und das Kurzfilmfestival im Inihaus durch.
Mit dem Start der neuen Saison am kommenden Wochenende soll es weitere Schwerpunkte geben. "Wir wollen noch mehr im kulturellen Bereich machen. Dazu gehören Diskussions- und Infoveranstaltungen ebenso wie Lesungen", stellt Ahlers in Aussicht.
Das Inihaus öffnet am kommenden Sonnabend mit einem Sommerfest wieder seine Tore. Mehr Infos unter www.inihaus.de
- Links:
- Das Inihaus online
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