STORMARNER TAGEBLATT

 

Jusos und JU beschimpfen sich

15. August 2009 | Von rob

Glinde. Die Stormarner Jusos solidarisieren sich mit den Glinder Jugendlichen, die ein selbstverwaltetes Jugendzentrum fordern. Das Inihaus in Bad Oldesloe, das Autonome Jugendhaus in Bargteheide und die Jugendkulturinitiative 42 in Ahrensburg zeigten, dass selbstverwaltete Jugendarbeit funktionieren kann, so Juso-Kreisvorsitzender Tobias von Pein. In Glinde fehle es am politischen Willen. Zudem betreibe die Junge Union "eine regelrechte Kampagne, die linke und anders denkende Jugendliche diffamiert".

Die Dienststelle für politisch motivierte Straftaten in Lübeck ermittelt wegen Zerstörung von CDU-Plakatständern bei der Kommunalwahl, die Glinder Polizei wegen eines versuchten Brandanschlages auf das CDU-Plakatelager am selben Tag, als es eine Demonstration für ein autonomes Jugendzentrum gab. Zudem waren ein Kleinbus, Hauseingänge und Briefkästen von JU-Mitglieder mit schwarzer Farbe und Symbolen der autonomen Szene beschmiert worden.

Den Jusos sei "ganz offensichtlich die antidemokratische Ausrichtung der Autonomen in Glinde nicht bewusst", so Christopher Voigt, Kreisvorsitzender der Jungen Union Stormarn. Sein Stellvertreter Lukas Kilian: "Das Auftreten und die Ausrichtung der Autonomen in Glinde ist nicht zu rechtfertigen. Auch im Wahlkampf gibt es Grenzen." Dass die Jusos eine persönliche und namentliche Denunzierung linker Jugendlicher seitens der JU beim Verfassungsschutz verurteilen, ist für Kilian "unfassbar". Schließlich würden in Glinde Schüler bedroht, nur weil sie Mitglied der Jungen

Union seien: "Das hat nichts mit Meinungsfreiheit zu tun, und das werden wir auch nicht hinnehmen."

Außerdem gebe es in Glinde bereits ein Jugendzentrum, das aber von den Autonomen abgelehnt werde - weil es mit einem Sozialpädagogen nicht frei genug sei. Christopher Voigt: "Wir sind gegen ein Jugendzentrum, das offensichtlich als rechtsfreier Raum dienen soll."

Juso-Vorsitzender Tobias von Pein: "Die politische Auseinandersetzung sollte so schnell wie möglich wieder auf die Sachebene zurückgeführt werden."


 

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