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Bildung für bedürftige Kinder

09. April 2011 | 03:50 Uhr | Von Karin Lubowski

Stehen für das Lübecker Modell (v.l.): Vivien Wolgast (Jobcenter), Kenneth Meyer (Bereich Schule und Soziales), Beate Leu (Bereich Soziale Sicherung), Jan Lindenau (Jugendhilfe- und Finanzausschuss), Kultur- und Bildungssenatorin Annette Borns, Wirtschafts- und Sozialsenator Sven Schindler, Susanne Memler (Fachbereich Wirtschaft und Soziales), Jens Schulz (Sozialausschuss), Beatrix Hahner (Fachbereich Kultur und Bildung). Foto: lub

Der Lübecker Weg ist ein Erfolgsmodell, an dem sich nun auch Rostock und Schwerin orientieren

Lübeck. Die Hansestadt Lübeck hat das gerade in Kraft getretene Bildungs- und Teilhabegesetz des Bundes mit ihrem eigenen, seit zwei Jahren laufenden Bildungsfonds abgestimmt und kann hilfebedürftige Kinder künftig noch gezielter fördern. Der Lübecker Weg ist ein Erfolgsmodell, an dem sich Rostock und Schwerin orientieren.

Die beste Nachricht klingt belanglos: "Für Familien, die unseren Bildungsfonds in Anspruch genommen haben, ändert sich kaum etwas", sagt Annette Borns. Vor gut zwei Jahren nahm der Bildungsfonds, getragen von Stadt, Land und einem Stiftungsverband seine Arbeit auf und förderte allein im vergangenen Jahr 3319 Kinder. Fast 1,8 Millionen Euro flossen in Mittagessen, Arbeitsmaterialien, Klassenfahrten, Sport, Musik und Sprachförderung. Extrem schlank blieb dabei mit 2183,79 Euro der Aufwand für Verwaltung und Öffentlichkeitsarbeit.

Seit 1. April 2011 werden nun viele der Förderungen aus dem Bildungs- und Teilhabe-Topf des Bundes finanziert. Rund eine Million Euro fließen daraus an die Trave, aber: "Unser Bildungsfonds bleibt trotzdem bestehen", sagt die Senatorin, "aus ihm wird beispielsweise Sprachförderung, die im Bundespaket nicht vorgesehen ist, gefördert. Ganz einfach gesagt: Der Topf wird größer, die Zweckbindung verschiebt sich." Der Fokus richtet sich künftig auch auf Kinder zwischen Null und drei Jahren oder die Etablierung von Sozialarbeit an Schulen, die bei der gestrigen 4. Lübecker Bildungskonferenz konzipiert wurde. Von den bürokratischen Verstrickungen, die bei der Zusammenführung von Bundes- und Fondspaket gelöst werden mussten, sollen die, die Hilfe suchen, möglichst nichts spüren. Lübeck will das größte Plus des Bildungsfonds, die Schwelle auf dem Weg zur Hilfe möglichst niedrig zu halten, erhalten. Entsprechend können Förderanträge nach wie vor dort gestellt werden, wo die Probleme bekannt sind und beurteilt werden können: in Kitas und in Schulen. "Für Menschen, die keine Sozialleistungen beziehen, sich aber aufgrund besonderer Lebenslagen in Not befinden", ändert sich gar nichts", sagt Borns.

Damit die Hilfen des Bundes rückwirkend zum 1. Januar 2011 fließen können, müssen die Anträge allerdings bis zum Beginn der Ferien am 15. April in den Schulen abgegeben werden, ansonsten bis spätestens 30. April im Jobcenter vorliegen.

Die Erfahrung, die Lübeck in den vergangene zwei Jahren mit dem Bildungsfonds sammelte, hat nicht nur zur schnellen Umsetzung des Berliner Bildungs- und Teilhabepakets beigetragen, sondern ist Vorbild geworden. Rostock orientiert sich beim Einsatz der Mittel aus dem Bildungs- und Teilhabepaket "am erfolgreichen Modell des Lübecker Bildungsfonds", wie es im Rathaus heißt, und die Schweriner SPD bekennt: "Der Lübecker Bildungsfonds hat uns mit seiner effektiven und effizienten Struktur überzeugt. Wir wollen ihn deshalb auch in Schwerin zum Leben erwecken."


 

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