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Das Schloss strahlt in Reinweiß

25. November 2009 | 04:50 Uhr | Von Rolf Blase

Museumsleiterin Tatjana Ceynowa und Architekt Helmut Riemann sind mit dem Ergebnis der Grundsanierung zufrieden. Foto: Blase

Ahrensburg. Mit Untersuchungen der Holzkonstruktionen, der Statik und der Farbschichten hatte vor einem Jahr die Fassadensanierung im Ahrensburger Schloss begonnen. Zum Glück hatte man vor 400 Jahren solide gebaut. "Wir haben keine bösen Überraschungen erleben müssen", so Museumsleiterin Tatjana Ceynowa. Es gab zwar Setzungsrisse, die konnten aber noch relativ einfach gesichert werden, sagte der beauftragte Architekt Helmut Rieman aus Lübeck: "Es war genau der richtige Zeitpunkt für eine Sanierung."

Möglich wurde sie durch 360 000 Euro, die Bund und Land zur Verfügung gestellt hatten. Das Budget konnte eingehalten, was bei der Sanierungen alter Gebäude die Ausnahme ist. Die Substanz von Schloss Ahrensburg war aber in Ordnung, und auch die Farbschichten erwiesen sich als atmungsaktiv, so dass die Fassade nur mit Wasser abgestrahlt werden musste, um das neue Reinweiß aufzutragen. Mehr als 4 000 Liter Mineralfarbe wurden in drei Schichten auf den 2 800 Quadratmetern Fassade verteilt.

Die Abstimmung zwischen Architekten, Denkmalpflege und den fünf beteiligten Firma habe hervorragend geklappt, so Riemann. Ein Problem gab es nur mit den Hochzeitspaaren, denen die verhüllte Fassade des Schlosses nicht zusagte. "Zwei Paare haben die Contenance verloren", berichtet Tatjana Ceynowa. Die meisten hätten aber Verständnis gehabt - weil sie vorher angeschrieben wurden und "ja immer irgendwas zum Fotografieren frei war".

Außen erstrahlt das Schloss in neuem Glanz, demnächst auch nachts, wenn vier LED-Außenstrahler montiert sind, die das Gemäuer in Streiflicht tauchen. Innen soll es in wenigen Wochen weitergehen. Der "eines Schlosses unwürdige" Abgang in den Keller, soll verschwinden. Bislang geht es nur durch's Büro über eine schmale Treppe nach unten, wo sich die Toiletten und der Gewölbekeller befinden, der bei Hochzeiten und für Veranstaltungen vermietet wird. Obwohl sich auch das Gewölbe als solide gemauert gezeigt hatte, ist die Verlängerung der Rokoko-Treppe kein leichtes Unterfangen. Beim Durchbruch muss das Gewölbe abgefangen und ein Stück Stahlbetondecke angefügt werden. Da auch die Einbruch- und Brandmeldeanlagen verlegt und neue Toiletten gebaut werden müssen, summiert sich das Stück Treppe auf 180 000 Euro. Das Geld kommt aus dem Schleswig-Holstein Fonds. Tatjana Ceynowa: "In Kiel hatte man uns lange nicht auf dem Schirm. Ich bin froh, dass Ahrensburg nun vom Land gefördert wird."


 

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