STORMARNER TAGEBLATT
Störung im Stadtgefüge wird behoben
Lübeck. Bei der Bombardierung Lübecks an Palmarum 1942, der rund ein Viertel der Lübecker Altstadt zum Opfer fiel, wurde das Kaufmannsviertel fast vollständig zerstört. In den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts wurden auf dem Areal des "Gründungsviertels" zwei Berufsbildende Schulen errichtet, die Krumme Querstraße begradigt und verbreitert, ein Parkplatz an der Einhäuschen Querstraße angelegt und die Neue Querstraße zwischen Fischstraße und Alfstraße gebaut. Dieser vollständige Bruch mit der historischen Lübecker Stadtstruktur stellt sich heute als Störung im Altstadtgefüge dar. Doch das soll anders werden.
Die Verlagerung der Berufsschulen und die Förderung der archäologischen Ausgrabungen im Gründungsviertel aus dem Investitionsprogramm "Nationale Unesco-Welterbestätten" machen es möglich, das Gründungsviertel neu zu ordnen und als gemischt genutztes Wohnquartier in der Altstadt zu entwickeln. Deshalb will die Hansestadt mit Impulsvorträgen und einer Podiumsdiskussion das Verfahren zur Neubebauung einleiten und eine Werkstatt zur Zukunft des Gründungsviertels durchführen.
Bausenator Franz-Peter Boden stellte die nächsten Schritte vor: Begonnen wird am Freitag, 24. Februar, mit Impulsvorträgen und einer Podiumsdiskussion in der Handwerkskammer (Breite Straße 10-12). Bei der Veranstaltung, die um 19 Uhr beginnt, werden Prof. Christoph Mäckler, Prof. Andreas Theilig (ehemaliger Vorsitzender des Gestaltungsbeirats) und Prof. Kunibert Wachten (Gestaltungsbeirat) referieren. Mäckler hat sich bereits vielfach an seinem Lehrstuhl für Städtebau an der Technischen Universität Dortmund mit der Neubebauung des Gründungsviertels befasst.
Am Tag darauf, Sonnabend, 25. Februar, findet die "Gründungs"-Werkstatt von 10 bis 16 Uhr in der Handwerkskammer statt. Nach einer Aufbereitung der Ergebnisse dieses Tages, zusammen mit einer Expertenrunde, sollen diese Ende März der Öffentlichkeit in einer Abendveranstaltung sowie einer Veröffentlichung in der Reihe "Lübeck plant und baut" dargestellt werden.
Im 1. Bauabschnitt zwischen Fisch- und Braunstraße befinden sich etwa 20 Grundstücke unterschiedlicher Breite und Größe. Sie sollen jeweils mit anspruchsvoller Architektur bebaut und dabei dem historischen Umfeld gerecht werden. Daher soll jeder Entwurf auch dem Gestaltungsbeirat zur Begutachtung vorgelegt oder ein Architekturwettbewerb durchgeführt werden. Nach derzeitigem Zeitplan soll im Herbst 2013 mit dem Bau der ersten Häuser begonnen werden.
"Damit die Gründungs-Werkstatt gut vorbereitet werden kann, bitte ich Interessierte, sich bei Marion Grönhagen bis zum 20. Februar anzumelden", bittet Lübecks Bausenator Boden. Sie ist zu erreichen über den Bereich Stadtplanung, Mühlendamm 12, Tel. (0451) 122-6120; Fax (0451) 122-6190, marion.groenhagen@luebeck.de.
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