STORMARNER TAGEBLATT
Bad Oldesloe
Geplatzt! Café wird keine Markthalle
Wieder ist ein Interessent weg: Auch im zweiten Anlauf sind die Verhandlungen mit Oke Käselau gescheitert. Foto: Olbertz
Bad oldesloe. Alles wieder auf Null zurück: Aus dem Café am Markt wird nun doch keine Markthalle. Obwohl es anfangs gut ausgesehen haben soll, sind die Vertragsverhandlungen mit Oke Käselau und seinen Partnern jetzt gescheitert. Das teilte Bürgermeister Tassilo von Bary gestern auf Nachfrage mit. "Die spielen nicht mehr mit", bedauerte der Verwaltungs-Chef.
Die Nutzung des Außenbereichs stellte sich als einer der Knackpunkte heraus. Deswegen musste ausgiebig verhandelt werden, unter anderem daran ist es jetzt gescheitert. Die Investoren wollten auf dem Marktplatz eine feste Holzterrasse als Biergarten bauen. "Das geht nicht", musste von Bary feststellen: "Jedenfalls nicht dauerhaft und fest." Zwei Gründe seien dafür ausschlaggebend. "Eine feste Terrasse wäre eine bauliche Veränderung und hätte zu urheberrechtlichen Problemen führen können", so der Bürgermeister. Darüber hinaus wird der Marktplatz bekanntlich zwei Mal wöchentlich für den Wochenmarkt genutzt. "Wir haben natürlich auch mit den Marktbeschickern gesprochen", berichtete von Bary: "Die wären damit nicht klar gekommen."
Als weiterer Grund ist dem Bürgermeister "Verunsicherung durch die Politik" mitgeteilt worden. Tassilo von Bary: "Sie sehen die Gefahr ständiger Kontrolle, fühlen sich auf dem Präsentierteller und vergleichen die Situation mit einem Schleudersitz." Die Investoren wollten sich nicht äußern. Kompagnon Max Paatz: "Wir hätten es gerne gemacht. Zu den Gründen geben wir vorerst keinen Kommentar ab." Es seien einige Punkte "nicht optimal" gewesen.
Karl-Reinhold Wurch, Vorsitzender der FDP-Fraktion, hat da so seine Zweifel: "Das scheint mir sehr fadenscheinig. Grade die Tatsache, dass wir weiter mit ihnen die Diskussion gesucht haben, ist doch eindeutig ein Vertrauensbeweis." Das neuerliche Aus sei "fürchterlich enttäuschend". Wurch: "Es ist schon komisch, dass die Stadt es nicht schafft, etwas unter Dach und Fach zu bringen."
Auch SPD-Fraktionsvorsitzende Maria Herrmann ist sauer: "Jetzt soll Politik Schuld sein? Den Schuh ziehe ich mir nicht an. Wir haben unser Okay gegeben, Hunderttausende dort zu investieren, die wir nie wieder rein bekommen werden - das ist doch ein deutliches Zeichen, dass es uns ernst ist." Sie hatte Oke Käselau für einen zweiten Anlauf mit seiner Markthalle wieder ins Gespräch gebracht. "Ich bin total enttäuscht, dass er sich jetzt so abschottet und nicht auf meine Mails reagiert", klagt die Sozialdemokratin.
Horst Möller, Vorsitzender der CDU-Fraktion, wird deutlich: "Ich war überrascht, wie Oke Käselau wieder rein gekommen ist und bin überrascht, wie er jetzt wieder raus ist. Was will er noch mehr? Dass wir ihn auf Knien bitten?" Horst Möller spekuliert, dass die Argumente vorgeschoben sein könnten, "weil die Immobilie für ihn dann doch nicht so geeignet ist". Kritik übt er allerdings auch an den Grünen: "Was Karin Hoffmann da mit ihrem Antrag abgezogen hat, war nicht grade vertrauensbildend." Die Grünen hatten in einem Antrag eine Frist bis 15. Februar für den Vertragsabschluss gesetzt. Das hat sich jetzt erledigt.
Karin Hoffmann (Grüne) hat trotzdem ihre eigene Sicht der Dinge: "Ich hatte gleich so ein komisches Gefühl. Wenn es ihm ernst gewesen wäre, wäre der Vertrag doch längst unterschrieben." Jetzt sei es am Bürgermeister, neue Interessenten zu präsentieren. "Wir müssen endlich wegkommen von diesem dörflichen Getue und Profis einschalten", fordert Hoffmann.
Bürgermeister Tassilo von Bary bleibt gelassen: "Ich werde weiterverhandeln - nicht mit gewesenen, sondern mit neuen Interessenten."
Leserkommentare
Jetzt liegt die Schuld mal wieder beim Bürgermeister und dem Investor.Unsere Politiker haben ja angeblich mal wieder alles richtig gemacht.
Frau Hoffmann hat vollkommen recht, unsere Politiker sind wahrlich keine Profis.
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Die arrogante Kleinstädterin, Karin Hoffmann, sollte sich einmal die Arbeit der Gemeindepolitiker ansehen. Dort könnte sie dann lernen, wie man Probleme professionell löst.