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Neues Museum als Ticket zum Welterbe

29. März 2010 | Von fju

Schleswig. Die Wiedereröffnung des Wikingermuseums sei ein Meilenstein für die Bewerbung Haithabus und anderer Wikingerstätten als Welterbe der Unesco. Schon in diesem Sommer solle ein Entwurf für den Antrag an die Kulturorganisation der Vereinten Nationen zur Diskussion gestellt werden. Mit diesen Worten hat Ministerpräsident Peter Harry Carstensen am Sonnabend die Bedeutung der 2,1 Millionen-Euro-Investition in das Ausstellungszentrum deutlich gemacht. Gemeinsam mit Dänemarks Kulturminister Per Stig Møller weihte er die innerhalb eines halben Jahres völlig neu gestaltete Sehenswürdigkeit am Haddebyer Noor im Beisein von 130 geladenen Gästen ein.

Von Bischof Gerhard Ulrich bis zum Präsident der Unternehmensverbände, Uli Wachholtz, vom Geschäftsführer der Tourismusagentur Schleswig-Holstein, Christian Schmidt, bis zur Vorsitzenden des Schleswig-Holsteinischen Heimatbunds, Jutta Kürtz, reichte die Palette der Ehrengäste. Sie zeigte, dass das Museum Bedeutung für ganz Schleswig-Holstein hat. Die hohe Zahl von Dänen unter den Einweihungsgästen unterstreiche, "dass die Wikinger eine starke kulturelle Brücke zwischen unseren Ländern bilden - und das 1000 Jahre vor einer Fehmarnbelt-Brücke", sagte Prof. Claus von Carnap-Bornheim. Als leitender Direktor der Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen verantwortet er die Neukonzeption. Er verhehlte nicht, dass am Anfang intern "ein hoher Grad an Verunsicherung" geherrscht habe - angesichts des langen Fragenkatalogs, was denn alles bei der Neuerfindung der Wikinger-Welt in Haithabu zu berücksichtigen sei. Und noch einen Einblick gewährte von Carnap-Bornheim hinter die Kulissen: Am Ende war alles ganz schön knapp - es wurde noch so lange an letzten Handgriffen gearbeitet, dass die Reinigung der Baustelle erst um 6.30 Uhr am Sonnabendmorgen habe beginnen können. Aller Einsatz habe sich gelohnt: "Haithabu ist mehr als eine Perle. Es ist ein Diamant von europäischer Bedeutung", so von Carnap-Bornheim.

Sowohl Carstensen als auch Møller stellten Haithabu als gemeinsames Erbe heraus. Møller würdigte die Bedeutung der einst größten Stadt Nordeuropas für die Verbreitung des Christentums und damit der europäischen Kultur nach Skandinavien. Der Minister schlug einen Bogen zur intensiven Zusammenarbeit im Grenzland von heute. Ausdrücklich erkannte er das Engagement Carstensens für die deutsch-dänischen Kontakte an.

Der sieht es so: "Unser Land bildet auch heute noch zugleich den Süden Skandinaviens." Und deshalb konnte er sich sichtlich darüber freuen, dass er von der Leiterin des Wikingermuseums, Ute Drews, als "Jarl (so hießen die Oberhäupter der Wikinger, Anm. d. Red.)aller Schleswig-Holsteiner" anmoderiert worden war. Carstensen: "So möchte ich jetzt auch im Landtag immer aufgerufen werden."


 

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