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Friedrichsberg-Süd

Kinderspielzentrum: Jetzt brauchen die Helfer Hilfe

18. Dezember 2012 | 06:45 Uhr | Von mra


Kinder, Helfer und Eltern feiern im Kinderspielzentrum gemeinsam.

Kinder, Helfer und Eltern feiern im Kinderspielzentrum gemeinsam.

Für die vielfältigen Maßnahmen im sozialen Brennpunkt Schleswig-Süd werden dringend Paten gesucht

Schleswig. Es klingt so furchtbar, so technisch: Dass der südliche Friedrichsberg Schleswigs "Problemstadtteil" ist. Aber es stimmt. Überalterung, starke Fluktuation unter den Jüngeren, überproportional viele Bewohner mit Migrationshintergrund und fehlende Kommunikationsmöglichkeiten sind nur einige der Stichworte, die auf Schleswig-Süd zutreffen. Das haben jetzt auch Stadtverwaltung und Ratsversammlung gemerkt - ein Stadtteilzentrum scheint nicht mehr völlig ausgeschlossen zu sein.

Doch bis dahin gibt es - neben den engagierten Schulen, der Kirche, den Sozialverbänden - nur einen festen Stützpunkt, an dem sich positive Perspektiven für die Gegend um die Erikstraße festmachen lassen: das Kinderspielzentrum der Jugendstiftung Winkler. Dort erhalten täglich mehrere Dutzend Kinder viel von dem, was ihr Zuhause nicht mehr bieten kann. Eine familiäre Atmosphäre, respektvollen Umgang untereinander, Hilfe bei den Schularbeiten und eine gescheite Ernährung.

Für 25 Kinder steht täglich zum Preis von einem Euro eine warme Mahlzeit bereit. Apropos Ernährung. Mehr als 30 Prozent der Kinder sind übergewichtig. Schon im dritten Jahr werden dazu Kurse durchgeführt, die bei vielen deutliche Verbesserungen zeitigten.

24 Ehrenamtler engagieren sich im Kinderspielzentrum, um dieses Programm und noch viel mehr auf die Beine zu stellen. Mehr Unterstützung ist dringend notwendig; doch der Einsatz von 1-Euro-Kräften ist gerade unter Hinweis auf Wettbewerbsneutralität abgelehnt worden.

Die Finanzierungsgrundlage für dieses in Schleswig einmalige sozial-integrative Projekt an einer Nahtstelle der Gesellschaft (fast 60 Prozent der Kinder hier leben an oder unter der Armutsgrenze) ist auch in diesem Jahr prekär. Die benötigten 70 000 Euro sind noch nicht beisammen. Auch wenn rund 100 Patenschaften und Spenden aus Stiftungen (wie Maren-Heidemann-Stiftung oder die Schleswiger Meier-Stiftung) sowie weitere Beträge den Großteil abdecken - rund 25 000 Euro fehlen noch zur Gegenfinanzierung des laufenden Jahres. Und 2013 dürfte die Not wieder von vorne losgehen.

"Jeder Euro", so Stiftungsvorstand Prof. Dr. Rainer Winkler, "ist willkommen". Man kann auch zu Weihnachten eine Patenschaftsurkunde (ab 20 Euro) verschenken. Besonders aber hoffen die Menschen vom Kinderspielzentrum auf Patenschaften aus der Wirtschaft. Mit gutem Beispiel vorangegangen sind die Traditionsfirma Oellerking, Taxi Kortum (mit fünf Cent von jedem täglich laufenden Taxi) und die Nospa als Unterstützer der ersten Stunde. Wer sich für eine Spende oder Patenschaft erwärmt, wendet sich an Rainer Winkler (Tel. 2 83 84) oder Anette Oellerking (a.oeller king@oe3sl.de).


 
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