Harder will weiter Bürgermeister werden
Schleswig. Es ist noch nicht einmal eine Woche her, dass die Freien Wähler für Schleswig (FWS) ihre Kandidatenliste für die Ratsversammlung aufgestellt haben. Jetzt ist sie schon wieder hinfällig geworden - zumindest in einem wichtigen Punkt. Ingo Harder, der hinter dem Vorsitzenden Arne-Olaf Jöhnk auf Platz zwei der Liste stand, hat die Wählergemeinschaft verlassen.
Er zieht damit die Konsequenz aus seinem Entschluss, als unabhängiger Bewerber zu den Bürgermeisterwahlen im Herbst anzutreten. Auf der Mitgliederversammlung am vergangenen Sonnabend hatten die FWS auch über ihren Bürgermeister-Kandidaten entschieden. Jöhnk hatte sich mit 21 zu neun Stimmen gegen Harder durchgesetzt. Als Harder zu erkennen gab, dass er seine Bewerbung nun auf eigene Faust weiter betreiben wolle, hatte das auf der Versammlung für einige Unruhe gesorgt.
Harder bot sich daraufhin Bedenkzeit aus, die nun vorbei ist. Gegenüber den SN erklärte er gestern: "Den Gründungsmitgliedern der FWS war schon im Herbst 2012 bekannt, dass ich in jedem Falle für das Bürgermeisteramt kandidieren werde." Das habe er den Schleswigern versprochen, und dieses Versprechen wolle er einlösen. Auch habe er erkennen müssen, dass seine politischen Prioritäten andere seien als die der FWS-Mehrheit. "Bei mir steht die Wirtschaft an erster Stelle. Ich möchte neues produzierendes Gewerbe in die Stadt holen" sagte er. Das sei ihm wichtiger als die eher langfristig angelegten FWS-Themen Innenstadt-Entwicklung und Gesundheitsstandort.
In einer Pressemitteilung dankte FWS-Vorstandsmitglied Jens Petersen dem Abtrünningen für sein großes Engagement und seinen zuverlässigen Einsatz in der Gründungsphase der Wählergemeinschaft. Er habe nun selbst die Unvereinbarkeit seiner Mitgliedschaft und einer "privaten" Kandidatur erkannt.
Unterdessen ist Ingo Harder bereits in den Wahlkampf gestartet. Mit seiner Aktion "Punschen für einen guten Zweck" auf dem Kornmarkt sammelte er 500 Euro für das Kinderspielzentrum der Winkler-Stiftung.
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