SCHLESWIGER NACHRICHTEN
Nach Kritik: Stadt plant 40 neue Krippenplätze
Für Kinder unter drei Jahren gibt es in Schleswig weniger Betreuungsangebote als in den meisten anderen Kommunen der Region. Foto: dpa
Schleswig. Die Meldung, dass Schleswig bei Betreuungsplätzen für Kinder unter drei Jahren im gesamten Kreisgebiet Schlusslicht ist, hat die Stadtverwaltung offenbar aufgeschreckt. Noch Ende Februar verfolgte die Stadtverwaltung nach eigener Auskunft keine konkreten Pläne zur Schaffung von neuen Krippenplätzen. Vorgesehen war nur, noch in diesem Jahr Beschlüsse zu fassen, um den ab 2013 greifenden gesetzlichen Anspruch auf Krippenplätze zu erfüllen.
Nach dem Bericht in den SN teilte die Pressestelle mit, es gebe "bereits verschiedene Planungen", um schon im nächsten Jahr 40 zusätzliche Krippenplätze einzurichten. Dazu, an welchen Kitas dies geschehen soll, gibt es aber keine Auskunft. Grundsätzlich seien alle vier städtischen Kindertagesstätten geeignet. Auch würden freie Räumlichkeiten zur Verfügung stehen. Standorte und Kosten sollen "vor der Sommerpause" bekanntgegeben werden, voraussichtlich im Juni bei der übernächsten Sitzung des Sozial- und Jugendausschusses.
Bis dahin wartet die Verwaltung auf Antworten auf ein Rundschreiben an alle freien Träger von Kindertageseinrichtungen in der Stadt. Man wolle nämlich keine Konkurrenzsituation an einzelnen Standorten hervorrufen, betont Rathaussprecherin Antje Wendt. Die Stadtverwaltung werde daher erst eine Entscheidung über die Einrichtung der Krippenplätze treffen, wenn feststehe, welche anderen Träger Krippenplätze schaffen wollen.
Derzeit gibt es in Schleswig 40 Plätze: 20 im städtischen Kindergarten am Moorkatenweg und jeweils zehn im Waldorfkindergarten und im Kinderspielzentrum der Jugendstiftung Winkler im Friedrichsberg. Nach Ansicht von Fachleuten benötigt Schleswig aber 120 Plätze, um bis 2013 den gesetzlichen Anspruch auf einen Betreuungsplatz gewährleisten zu können. Während es im Kreisgebiet bereits für 15 Prozent aller unter Dreijährigen Krippenplätze gibt, liegt diese Quote in der Stadt Schleswig bei 8,2 Prozent. Nach Angaben des Kieler Bildungsministeriums bewegt sich Schleswig damit auch landesweit "am unteren Ende der Skala". Mehrere freie Träger wie der ADS-Grenzfriedensbund hatten eine mangelnde Kooperationsbereitschaft der Stadtverwaltung bei der Schaffung weiterer Plätze beklagt.
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